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Napoleons Gesetzbuch
Entstehung
Seite
77
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I. Buch. 10. Titel. 2. Cap. 77

398. Dieſes Recht kann nur nach den im 3 92ͦſten Ar⸗ tikel vorgeſchriebenen Formen, und unter den nachſtehenden Ausnahmen und Einſchraͤnkungen, ausgeuͤbt werden.

399. Eine Mutter, die ſich wieder verheirathet hat, und welcher die Vormundſchaft uͤber ihre Kinder erſter Ehe nicht gelaſſen worden iſt, kann ihnen keinen Vormund ernennen.

400. Hat die Mutter, welcher bey der Wiederverheira⸗ thung die Vormundſchaft gelaſſen wurde, ihren Kindern erſter Ehe einen Vormund ernannt: ſo gilt dieſe Wahl nur, wenn ſie von dem Familienrathe beſtaͤtigt wird.

4⁰¹. Der Vormund, welchen der Vater oder die Mut⸗ ter ernannt hat, iſt nicht ſchuldig, die Vormundſchaft an⸗ zunehmen, wenn er nicht ohnehin zu denjenigen Perſonen gehoͤrt, denen, in Ermangelung einer ſolchen Ernennung, der Familienrath ſie haͤtte uͤbertragen koͤnnen.

Dritter Abſchnitt.

Von der Vormundſchaft der Aſcendenten.

40⁰2. Hat der Laͤngſtlebende der Eltern dem Minderjaͤh⸗ rigen keinen Vormund ernannt, ſo gebuͤhrt die Vormund⸗ ſchaft, kraft des Geſetzes, ſeinem vaͤterlichen Großvater, in deſſen Ermangelung ſeinem muͤtterlichen Großvater, und ſo weiter aufwaͤrts, dergeſtalt, daß der vaͤterliche Aſcendent dem muͤtterlichen Aſcendenten deſſelben Grades immer vor⸗ gezogen wird.

403. Treffen, in Ermangelung des vaͤterlichen und muͤt⸗ terlichen Großvaters des Minderjaͤhrigen, zwey Aſcendenten eines hoͤhern Grades zuſammen, die beyde zur vaͤterlichen Linie des Minderjaͤhrigen gehoͤren: ſo ſoll die Vormund⸗ ſchaft, kraft des Geſetzes, auf denjenigen von ihnen fallen, welcher der vaͤterliche Großvater von dem Vater des Min⸗ derjaͤhrigen iſt.

4⁰4. Wenn auf gleiche Weiſe zwey Urgroßvaͤter der muͤtterlichen Linie zuſammen treffen: ſo geſchieht die Er⸗ nennung von dem Familienrathe, der jedoch bey ſeiner Wahl auf dieſe beyden Aſcendenten beſchraͤnkt iſt.