I. Buch. 3. Titel. 1. Cap. 69
Zweyter Abſchnitt. Von der Sorm der Adoption.
353. Beyde Theile, ſowohl derjenige, welcher zu adop⸗ tiren beſchließt, als der, welcher ſich adoptiren laſſen will, muͤſſen ſich vor dem Friedensrichter des Wohnſitzes des Adoptanten ſtellen, um ihre wechſelſeitige Einwilligung ſchriftlich aufnehmen zu laſſen. 1
354. Der Theil, welchem am meiſten daran gelegen iſt, ſoll in den naͤchſten zehn Tagen dem koͤniglichen Procurator bey dem Gerichte der erſten Inſtanz, unter deſſen Gerichts⸗ bezirke der Adoptant ſeinen Wohnſitz hat, eine Ausfertigung der aufgenommenen Urkunde zur gerichtlichen Beſtaͤtigung uͤberreichen. 3
355. Das Gericht verſammelt ſich hierauf in dem Be⸗ rathſchlagungs⸗Zimmer, und unterſucht, nachdem es ſich die erforderlichen Aufſchluͤſſe verſchafft hat:
¹) Ob alle geſetzlichen Bedingungen erfuͤllt ſind;
2) Ob die Perſon, welche adoptiren will, einen guten Ruf hat.
356. Das Gericht erkennt ſodann, nach vorgaͤngigem Antrage des koͤniglichen Procurators, ohne eine ſonſtige Foͤrmlichkeit zu beobachten, und ohne die Entſcheidungs⸗ gruͤnde auszudruͤcken, in folgenden Worten: die Adoption hat ſtatt, oder hat nicht ſtatt.
357. Binnen einem Monate, nach der Entſcheidung des Gerichtes der erſten Inſtanz, wird dieſe Entſcheidung dem Appellationshofe, auf Betreiben derjenigen Partey, welche darum zuerſt nachgeſucht, vorgelegt. Dieſer hat bey ſeinem Verfahren eben die Form, wie das Gericht der erſten Inſtanz, zu beobachten, und erkennt, ohne die Entſchei⸗ dungsgruͤnde auszudruͤcken: das Urtheil iſt beſtaͤtigt, oder: das Urtheil iſt aufgehoben; und es hat folglich Adoption ſtatt, oder nicht ſtatt.
358. Jedes Erkenntniß des Appellationshofes, welches eine Adoption zulaͤßt, ſoll in der Andienz verkuͤndigt und


