I. Buch. 8. Titel. 1. Cap.
Zwiſchen dem Adoptirten und dem Ehegatten des Adop⸗ tanten, ſo wie auch zwiſchen dem Adoptanten und dem Ehegatten des Adoptirten.
349. Die natuͤrliche Verbindlichkeit, in den geſetzlich beſtimmten Faͤllen einander den Unterhalt zu reichen, wel⸗ che zwiſchen dem Adoptirten und ſeinen Eltern fortdauernd beſtehet, iſt zwiſchen dem Adoptanten und Adoptirten, als wechſelſeitige Verbindlichkeit des einen gegen den andern zu betrachten.
350. Der Adoptirte erwirbt kein Erbfolgerecht auf das Vermoͤgen der Verwandten des Adoptanten; aber auf den Nachlaß des Adoptanten ſelbſt hat er mit den in der Ehe erzeugten Kindern durchaus gleiche Rechte, ſelbſt wenn ſolche vorhanden waͤren, die erſt nach der Adoption gebo⸗ ren wurden.
354. Stirbt der Adoptirte ohne eheliche Nachkommen, ſo faͤllt alles, was er von dem Adoptanten geſchenkt oder aus deſſen Nachlaſſe erhalten hatte, in ſo fern es beym Abſterben des Adoptirten noch in Natur vorhanden iſt, auf den Adoptanten oder ſeine Deſtendenten zuruͤck, jedoch unter der Verbindlichkeit, zu den Schulden mit beyzutragen, und ohne Nachtheil fuͤr die Rechte eines Dritten.
Das uͤbrige Vermoͤgen des Adoptirten faͤllt auf ſeine eigenen Verwandten, und dieſe ſchließen jederzeit, ſelbſti in Anſehung der in dem gegenwaͤrtigen Artikel angefuͤhrten Gegenſtaͤnde, alle Erben des Adoptanten, die nicht zu ſeinen Deſcendenten gehoͤren, aus.
352. Sterben noch bey Lebzeiten des Adoptanten und nach dem Tode des Adoptirten auch die Kinder oder Ab⸗ koͤmmlinge des Letztern ſelbſt ohne Nachkommenſchaft: ſo erbt der Adoptant die von ihm geſchenkten Gegenſtaͤnde, nach der Beſtimmung des vorhergehenden Artikels; doch ſoll dieſes Recht auf die Perſon des Adoptanten beſchraͤnkt ſeyn, und auf ſeine Erben, ſelbſt in abſteigender Linie, nicht uͤbergehen.
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