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Napoleons Gesetzbuch
Entstehung
Seite
63
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I. Buch. 7. Titel. 2. Cap. 63 Zweytes Capitel. Von dem Beweiſe der Kindſchaft ehelicher Kinder.

319. Die Kindſchaft ehelicher Kinder wird durch die in das Regiſter des Perſonenſtandes eingetragenen Geburts⸗ Urkunden erwieſen.

320. In Ermangelung dieſes Beweismittels iſt der beſtaͤn⸗ dige Beſitz des Zuſtandes eines ehelichen Kindes hinreichend.

321. Ein ſolcher Beſitz wird durch eine hinreichende Vereinigung von Thatſachen begruͤndet, welche das Ver⸗ haͤltniß der Kindſchaft und der Verwandtſchaft zwiſchen einer Perſon und der Familie, welcher ſie anzugehoͤren be⸗ hauptet, anzeigen.

Die vorzuͤglichſten dieſer Thatſachen ſind:

Daß die Perſon immer den Namen des Vaters gefuͤhrt hat, dem ſie anzugehoͤren behauptet;

Daß der Vater ſie als ſein Kind behandelt, und in die⸗ ſer Eigenſchaft fuͤr ihre Erziehung, ihren Unterhalt und ihre haͤusliche Einrichtung(Etabliſſement) geſorgt hat;

Daß ſie beſtaͤndig im Publicum dafuͤr anerkannt iſt;

Daß die Familie ſie dafuͤr anerkannt hat.

322. Niemand kann einen Zuſtand in Anſpruch nehmen, welcher demjenigen zuwider iſt, den ſeine Geburts⸗Urkunde und ein hiermit uͤbereinſtimmender Beſitz ihm beylegen;

Und, umgekehrt, kann niemand den Zuſtand desjenigen beſtreiten, der einen mit ſeiner Geburts⸗Urkunde uͤberein⸗ ſtimmenden Beſitz fuͤr ſich hat.

323. Fehlt es an der Geburts⸗Urkunde und einem be⸗ ſtaͤndigen Beſitze, oder iſt das Kind entweder unter einem falſchen Namen, oder als von unbekannten Eltern geboren in dem Regiſter aufgezeichnet worden: ſo kann der Beweis der Kindſchaft durch Zeugen gefuͤhrt werden.

Dieſer Beweis iſt gleichwohl nur alsdann zulaͤſſig, wenn der Anfang eines ſchriftlichen Beweiſes vorhanden iſt, oder wenn die Vermuthungen oder Anzeigen, die ſich aus ſo fort erweislichen Thatſachen ergeben, ſtark genug ſind, um die Zulaͤſſigkeit des Zeugenbeweiſes zu begruͤnden,