Druckschrift 
Napoleons Gesetzbuch
Entstehung
Seite
62
Einzelbild herunterladen

6² I. Buch. 7. Titel. 1. Cap.

iſt, alle zu dem Beweiſe, daß er der Vater des Kindes nicht ſey, geeigneten Thatſachen fuͤr ſich anzufuͤhren.

314. Ein Kind, das vor dem hundert achtzigſten Tage der beſtehenden Ehe geboren iſt, ſoll in folgenden Faͤllen von dem Manne nicht verleugnet werden duͤrfen:

1) Wenn ihm die Schwangerſchaft vor der Ehe bekannt war;

2) Wenn er beym Aufnehmen der Geburts⸗Urkunde ge⸗ genwaͤrtig war, und dieſelbe entweder von ihm unterzeich⸗ net wurde, oder ſeine Erklaͤrung enthaͤlt, daß er im Schrei⸗ ben unerfahren ſey;

3) Wenn das Kind fuͤr nicht lebensfaͤhig erklaͤrt worden iſt.

315. Die eheliche Geburt eines Kindes, welches drey⸗ hundert Tage nach Aufloͤſung der Ehe geboren wurde, kann angefochten werden.

316. JçJn den verſchiedenen Faͤllen, worin der Mann das Kind zu verleugnen berechtigt iſt, muß dies binnen einem Monate geſchehen, wenn er ſich an dem Orte befindet, wo das Kind geboren wurde;

Binnen zwey Monaten nach ſeiner Zuruͤckkunft, wenn er zur Zeit der Geburt abweſend war;

Binnen dieſer naͤmlichen Friſt nach entdecktem Betruge, wenn man ihm die Geburt des Kindes verheimlicht hatte.

317. Iſt der Mann, bevor er ſeinen Widerſpruch ein⸗ legte, jedoch waͤhrend der hierzu verſtatteten Friſt geſtor⸗ ben: ſo koͤnnen ſeine Erben binnen zwey Monaten von dem Zeitpunkte, wo das Kind das Vermoͤgen des Mannes in Beſitz genommen, oder die Erben in dieſem Beſitze ge⸗ ſtoͤrt hat, an zu rechnen, die eheliche Geburt dieſes Kindes beſtreiten.

318. Jede außergerichtliche Handlung, die eine Ab⸗ leugnung des Kindes von Seiten des Mannes oder ſeiner Erben enthaͤlt, wird als nicht geſchehen betrachtet, wenn nicht darauf binnen einem Monate eine Klage erfolgt iſt, die wider einen dem Kinde hierzu beſonders beygeordneten Vormund, und in Gegenwart der Mutter vor Gericht ein⸗ gefuͤhrt wurde.