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Napoleons Gesetzbuch
Entstehung
Seite
58
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5³ I. Buch. 6. Titel. 4. Cap.

rechnen, dem koͤniglichen General⸗Procurator bey dem Appellationshofe eine Ausfertigung des Urtheils, und die Beweisſtuͤcke, worauf es erfolgt iſt, zuſchicken. Dieſer letztere gibt hierauf ſeinen Antrag, in den naͤchſten zehn Tagen nach dem Empfange der Beweisſtuͤcke, ſchriftlich ab. Der Praͤſident, oder der ihn vertretende Richter, ſoll alsdann ſeinen Vortrag in dem Berathſchlagungs⸗Zimmer des Ap⸗ pellationshofes erſtatten; worauf binnen zehn Tagen, ſeit dem von dem koͤniglichen General⸗Procurator uͤberreichten Antrage, das Endurtheil erlaſſen wird.

294. Laͤßt das Urtheil die Eheſcheidung zu, ſo haben vermoͤge deſſelben die Parteyen ſich in den naͤchſten zwanzig Tagen, von dem Tage des Urtheils an zu rechnen, zuſam⸗ men und in Perſon zu dem Beamten des Perſonenſtandes zu verfuͤgen, um die Eheſcheidung ausſprechen zu laſſen. Iſt dieſe Friſt einmal verſtrichen, ſo wird das Urtheil als nicht ergangen betrachtet.

Viertes Capitel. Von den Wirkungen der Eheſcheidung.

295. Geſchiedene Ehegatten koͤnnen, aus welcher Urſache auch die Eheſcheidung erfolgt iſt, einander nicht wieder hei⸗ rathen.

296. Im Falle der wegen einer beſtimmten Urſache aus⸗ geſprochenen Eheſcheidung kann die geſchiedene Frau ſich erſt nach zehn Monaten, ſeit dem die Eheſcheidung erfolgt iſt, wieder verheirathen.

297. Iſt die Eheſcheidung wegen gegenſeitiger Einwilli⸗ gung erkannt, ſo darf keiner der beyden Ehegatten fruͤher, als nach drey Jahren ſeit der ausgeſprochenen Eheſchei⸗ dung, zu einer neuen Ehe ſchreiten.

298. Iſt die Eheſcheidung wegen begangenen Ehebruches vom Gerichte zugelaſſen worden, ſo kann der ſchuldige Ehegatte ſich nie mit ſeinem Mitſchuldigen verheirathen. Die ehebrecheriſche Frau ſoll in demſelben Urtheile, und auf