I. Buch. 6. Titel. 3. Cap. 57
die Frau ein und zwanzig Jahre alt war; daß ſie damals ſchon ſeit zwey Jahren verheirathet geweſen; daß ihre Ehe nicht uͤber zwanzig Jahre beſtanden hat; daß die Frau noch nicht fuͤnf und vierzig Jahre alt war; daß, nach vorgaͤngi⸗ ger Erfuͤllung der obigen Vorſchriften, und mit allen in dem gegenwaͤrtigen Capitel erforderten Foͤrmlichkeiten, ins⸗ beſondere mit der Genehmigung der Eltern, oder, wenn dieſe ſchon fruͤher geſtorben ſind, der uͤbrigen noch lebenden Aſcendenten der Ehegatten, die wechſelſeitige Einwilligung viermal im Laufe des Jahres erklaͤrt worden iſt: ſo macht er ſeinen Antrag mit den Worten: das Geſetz erlaubt; in dem entgegengeſetzten Falle ſoll ſein Antrag dahin lauten: das Geſetz ſteht entgegen.
290. Das Gericht kann auf den erſtatteten Vortrag keine andere Unterſuchung vornehmen, als welche der vorherge⸗ hende Artikel angibt. Erhellt hieraus, daß die Parteyen nach der Meinung des Gerichtes den Bedingungen Genuͤge geleiſtet, und die Foͤrmlichkeiten beobachtet haben, die das Geſetz beſtimmt: ſo laͤßt es die Eheſcheidung zu, und ver⸗ weist die Parteyen an den Beamten des Perſonenſtandes, um dieſelbe ausſprechen zu laſſen. Im entgegengeſetz⸗ ten Falle erklaͤrt das Gericht, daß die Eheſcheidung nicht ſtatt habe, und fuͤhrt die Gruͤnde ſeiner Entſchei⸗ dung aus.
291. Die Appellation von dem Urtheile, welches die Eheſcheidung fuͤr unſtatthaft erklaͤrt, ſoll nur alsdann an⸗ genommen werden, wenn ſie von beyden Theilen, jedoch von jedem in einer beſondern Schrift, fruͤheſtens in zehn, und ſpaͤteſtens in zwanzig Tagen, von dem Tage des Ur⸗ theils an, eingelegt worden iſt.
392. Die Schriften, welche die Appellations⸗Einwen⸗ dung enthalten, ſollen wechſelſeitig dem andern Ehegatten ſowohl, als dem koͤniglichen Procurator bey dem Gerichte der erſten Inſtanz, inſinuirt werden⸗
293. Der koͤnigliche Procurator bey dem Gerichte der er⸗ ſten Inſtanz ſoll, binnen zehn Tagen von der an ihn geſche⸗ henen Inſinuation der zweyten Einwendungsſchrift an zu


