I. Buch. 6. Titel. 2. Cap. 51
Inſtanz eine in gehoͤriger Ferm geſchehene Ausfertigung des Verdammungsurtheils, nebſt einem Zeugniſſe des pein⸗ lichen Gerichtes, woraus hervorgeht, daß dieſes Urtheil auf keine geſetzliche Weiſe wieder abgeaͤndert werden koͤnne, uͤbergibt.
262. Wird von einem bey dem Gerichte der erſten In⸗ ſtanz in einer Eheſcheidungsſache ergangenen Urtheile, wel⸗ ches die Klage zuließ oder endlich entſchied, appellirt: ſo hat das Appellationsgericht den Rechtsſtreit als eilige Sache zu behandeln und zu entſcheiden.
263. Die Appellation kann nicht angenommen werden, in ſo fern ſie nicht binnen drey Monaten, von dem Tage der Inſinuation des Urtheils an zu rechnen, welches nach Anhoͤrung der beyden Parteyen, oder wegen ungehorſamen Nichterſcheinens des einen Theils eerfolgt iſt, eingelegt wurde. Die Friſt, binnen welcher man ſich wider ein in letzter Inſtanz ergangenes Urtheil an das Caſſationsgericht zu wenden hat, ſoll ebenfalls drey Monate, von dem Tage der Inſinuation an zu rechnen, dauern. Dieſes Rechts⸗ mittel hat aufſchiebende Wirkung.
264. Vermoͤge eines jeden, in letzter Inſtanz ergange⸗ nen oder rechtskraͤftig gewordenen Urtheils, welches die Eheſcheidung geſtattet, ſoll der Ehegatte, der es ausgewirkt hat, verbunden ſeyn, ſich binnen zwey Monaten zu dem Beamten des Perſonenſtandes, nachdem auch der andre Theil gehoͤrig vorgeladen worden, zu verfuͤgen, um die Eheſcheidung ausſprechen zu laſſen.
265. Dieſe zwey Monate nehmen ihren Anfang, bey Ur⸗ theilen der erſten Inſtanz, nach dem Ablaufe der Appella⸗ tionsfriſt; bey Urtheilen, die in der Appellations⸗Inſtanz wegen ungehorſamen Nichterſcheinens erfolgt ſind, nach dem Ablaufe der Oppoſitionsfriſt; bey ſolchen hingegen, die auf vorgaͤngige Vernehmung der Parteyen in letzter Inſtanz ertheilt wurden, erſt nach dem Ablaufe der Friſt, binnen welcher um Caſſation nachgeſucht werden kann.
266. Der als Klaͤger aufgetretene Ehegatte ſoll, wenn er die oben heſtimmte Friſt von zwey Monaten ablaufen


