I. Buch. 5. Titel. 4A. Cap. 39
rung der Ehe bey Lebzeiten beyder Ehegatten antragen, und ſie zur Scheidung verurtheilen laſſen.
191. Jede Heirath, die nicht oͤffentlich, und vor dem gehoͤrigen oͤffentlichen Beamten geſchloſſen wurde, kann ſo⸗ wohl von den Ehegatten ſelbſt, als von ihren Eltern, ihren Aſcendenten, und von allen, die ein wirkliches und ſchon vorhandenes Intereſſe dabey haben, wie auch von dem koͤnig⸗ lichen Procurator, angefochten werden. 1
192. Wenn der Heirath weder die zwey erforderlichen Aufgebote vorhergegangen, noch deshalb die im Geſetze er⸗ laubten Befreyungen ausgewirkt, oder wenn die vorgeſchrie⸗ benen Friſten zwiſchen den Aufgeboten und der Ehe nicht beobachtet worden ſind: ſo ſoll der koͤnigliche Procurator wider den oͤffentlichen Beamten auf eine Geldbuße, welche die Summe von dreyhundert Franes nicht uͤberſchreiten darf, und wider die Contrahenten oder diejenigen, unter deren Gewalt ſie bey Eingehung der Ehe geſtanden haben, auf eine ihrem Vermoͤgen angemeſſene Geldſtrafe erkennen laſſen.
193. Die in dem vorhergehenden Artikel ausgeſprochenen Strafen ſollen auch von den daſelbſt erwaͤhnten Perſonen wegen einer jeden Uebertretung der im 165ſten Artikel vor⸗ geſchriebenen Regeln verwirkt ſeyn, ſelbſt wenn dieſe Ueber⸗ tretungen nicht zureichend befunden wuͤrden, um die Ehe fuͤr unguͤltig erklaͤren zu laſſen.
194. Niemand kann den Namen eines Ehegatten, und „die buͤrgerlichen Wirkungen der Ehe in Anſpruch nehmen, der nicht eine in die Regiſter des Perſonenſtandes eingetra⸗ gene Heiraths⸗Urkunde beyzubringen vermag; doch ſind hiervon die im 46ſten Artikel, unter dem Titel: von den Urkunden des Perſonenſtandes, erwaͤhnten Faͤlle ausge⸗ nommen.
195. Der Beſitzſtand kann die angeblichen, ſich darauf gegenſeitig beziehenden Eheleute von der Verbindlichkeit nicht befreyen, die Urkunde uͤber die vor dem Beamten des Perſonenſtandes abgeſchloſſene Heirath vorzulegen.
196. Iſt der Beſitzſtand vorhanden, und die Urkunde äͤber die vor dem Beamten des Perſonenſtandes abgeſchloſ⸗


