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Wöchentlich eine Nummer von 11/
2 bis 2 Bogen gr. 4 . Velinpapier; abwechſelnd mit Junſtrationen. Preis für 13 Nummern vierteljährlich
— 63. N.
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20 Sgr. = 6 .
bei weitem nicht aus;
Die von
Hohenſtein.
Roman von Friedrich Spielhagen.
(Fortſetzung.)
In der Unterhaltung der Damen entſtand eine Pauſe, welche Aurelie dazu benutzte, flache Steinchen über die Fläche des Teiches zu ſchnellen. Plötzlich wandte ſie ſich wieder um und rief:
„Sage mir nur, Mama, warum machen wir eigentlich dem
Großonkel ſo ſchaud — ich hätte wahrhaftig beinahe wieder ſchauderhaft geſagt. Camilla, — warum machen wir eigentlich dem Großonkel ſo entſetzlich die Cour?“
„Was nennſt Du Cour machen?“ fragte die Präſidentin. „Ich nenne Courmachen, wenn man nicht abläßt, Jeman⸗ den, der ſo übermenſchlich grob und häßlich gegen uns iſt, wie der Großonkel, mit Zuvorkommenheiten aller Art zu über—
ſchütten; ihm unabläſſig Arbeiten ſtickt, die er im Leben nicht benutzt; ihm Briefe ſchreibt, die er nie beantwortet; ihm vor
Allem Gratulationsviſiten macht, bei denen er einen, comme à présent, en cavaille behandelt.“
„Ich dächte, das Thema wäre ſchon oft genug abgehan— delt,“ ſagte Camilla, die Spitze ihres ſchmalen Fußes läſſig be— trachtend.
„So ſ Aurelie.
„Camilla hat Recht,“ ſagte die Mutter, „die Sache iſt ſchon oft genug unter uns keh worden. Abgeſehen davon, daß wir dem Großonkel, als dem Chef der Familie, dieſe Rück⸗ ſichten ſchuldig ſind, iſt es auch Sache der allergewöhnlichſten Lebensklugheit, ſich um die Gunſt eines Mannes zu bewerben, von deſſen Willen wir ſo zu ſagen abhängen.“
nher ich denke, Du haſt ſelbſt ein bedeutendes Vermögen, Mama.“
„Nun ja, ich habe, oder vielmehr, ich hatte, das heißt — ſieh, mein Kind, wir brauchen ſehr viel; das Leben iſt jetzt er⸗ ſchrecklich theuer. Das lächerlich geringe Gehcklt Deines Vaters und die Zinſen meines Vermögens reichen für unſere Anſprüche wir müſſen vom Capitale zehren. Wie lange wird das dauern, ſo iſt es aufgebraucht, und wenn, was doch jeden Tag paſſiren kann, Ihr Euch verheirathet — wovon
ſchlage ein beſſeres vor, wenn Du eins weißt,“ rief
ſollen wir dann Eure Ausſteuer beſchaffen? Ich ſchaudre, wenn ich daran denke.“
Die Präſidentin ſchlang den einen Arm um Camilla und zog ſie an ſich heran, als wollte ſie das geliebte Kind vor einem Schickſal bewahren, das ihren Augen allerdings furchtbar erſcheinen mußte.
„Ich meine aber,“ fing Aurelie wieder an, „wir müſſen ja doch den Großonkel ſo wie ſo beerben; wozu ſich alſo ſo ſchaud — ſo horrible Mühe geben?“
Du ſprichſt!“ ſagte Camilla, noe immer halb an dem Buſen der Mutter gelehnt; „als ob Du nicht wüßteſt, daß Onkel Gisbert eben ſo viel Anſprüche wie Papa.“
„Nun, dann laßt ihn doch! was iſt denn an den paar tauſ ſend Thalern mehr oder weniger gelegen!“
Die Präſidentin ſeufzte. Sie dachte an verſchiedene, ſeit geraumer Zeit laufende Rechnungen, von deren Exiſtenz ihr Gemahl keine Ahnung hatte, und wie groß doch für ein Mutter⸗ herz, das für die Garderobe ihrer Töchter zärtlich ſchlägt, die Differenz von „ein paar tauſend Thalern mehr oder weniger“ in einem gegebenen Augenblicke ſei. Camilla übernahm Aureliens unbedachte Aeußerung gebührend zurückzuweiſen.
„Du wirſt durch Dein albernes Geſchwätz Mama noch um den letzten Reſt ihrer guten Laune bringen,“ ſagte ſie; willſt Du nicht lieber nächſtens, wie Tante Antonie, in großer Geſellſchaft erklären, daß Du Dich nicht einen Pfifferling um den Großonkel kümmerteſt?“
„Ich wollte, ich wäre ſo unabhängig, wie Tante Antonie, daß ich es dürfte!“
„Aber Du biſt nicht unabhängig, wie Tante Antonie in ihrer doppelten Eigenſchaft als Wittwe und reiche Frau, und
deßhalb darffk Du es nicht,“ ſagte die Präſidentin 6 heftig. S Kind,“ fuhr ſie freundlicher fort, „glaubſt D denn, Dein Vater und ich würden die Sache ſo eſt nehmen, wenn nicht gerade jetzt Alles darauf ankäme, den Großonkel günſtig für uns zu ſtimmen? Der Großonkel kann jeden Tag ſterben, das hat mir noch geſtern Abend der Medi
„Wie D
es,


