Zeitschriftenband 
Band 4 (1848) Band 4
Einzelbild herunterladen

4

er ſeinen Zorn nicht länger bemeiſtern; er ſtrömte ihn in den heftigſten Reden aus, auf welche der Andere mit derſelben Energie zu antworten nicht ermangelte. Obgleich von ſeinem Bruder zurückgehalten, war Francesco im Begriff, von den Worten zu den Geberden überzugehen, als eine mit bier Pferden beſpannte Poſtchaiſe vor der Thüre des Wirthshauſes anhielt; ein Reiſender, gehüllt in einen reichen blauen Mantel, deſſen ſchwarzer Sammetkragen mit Gold geſtickt war, ſprang reicht heraus und erkundigte ſich nach der Veranlaſſung des ſo belebten Streites. Der Wirth erzählte ihm die Sache mit wenigen Worten. Der Reiſende lachte und ſagte zu dem Vetturin:

Ihr ſeid nicht großmüthig.. Es iſt nicht ſchön, zwei arme Kinder ſo zu verlaſſen. Fahrt ab, wenn Ihr wollt; ſie werden leicht Jemand finden, der ſich ihrer annimmt.

Der Vetturin hatte ſich Anfangs geſchmeichelt, der reiche Reiſende werde ſeine Börſe öffnen, als er aber ſtatt Geld einen Verweis erhielt, entfernte er ſich brummend, ſpannte eiligſt ein und fuhr ab. Der Reiſende, der das Bedürfniß fühlte, etwas zu ſich zu nehmen, bot den zwei Brüdern an,

mit ihm zu frühſtücken. Sehr verbunden, Signor, erwiederte Francesco;es iſt ſchon geſchehen.. auch haben wir nicht das Vergnügen, Euch zu kennen..4

Teufel! Ihr ſcheint mehr mit Stolz, als mit Thalern geſpickt zu ſein. Doch wer ſeid Ihr?. woher kommt Ihr? wohin geht Ihr?

Francesco lächelte verächtlich bei allen dieſen Fragen,