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die Fehler einer ſchönen Frau ausgezeichnet, und ich war hier geneigt, mit der edlen Glorie des Gefühls das zu umgeben, was nur eine Schwäche des Geiſtes zur Urſache hatte. Lady Elmscourt betrübte ſich über das Entfliehen ihrer Jugend; wenige Frauen ſind philoſophiſch genug, um mit Reſignation und Gleichmuth das ſtufenweiſe Verſchwinden ihrer Reize zu ertragen. Haben wir ein Recht, dieſen Kummer zu tadeln, wir, die wir ihre Eitelkeit übermäßig aufreizen und ſie zu dem ſtrafbaren Gedanken ermuthigen, die Figur und die Reize des Körpers ſeien ihre ſicherſten, wenn auch nicht beſten Titel auf unſere Zuneigung und Anhänglichkeit?
Mein Verhältniß zu Lady Elmscourt war ein ſehr ver⸗ trautes, inniges geworden, und jede Zuſammenkunft mit ihr machte mich etwas mehr zum Sklaven ihrer reifen Reize. Ich betrachtete ſie mit dem Gefühle, das uns bei dem Anblick der untergehenden Sonne ergreift; wir ſchauen mit tiefer Bewun⸗ derung dieſe glänzende Schönheit, welche dem Verſchwinden nahe iſt, zu gleicher Zeit aber auch mit einer gewiſſen Schwer⸗ muth bei dem Gedanken an, daß ſo viel Herrlichkeit bald ohne Rückkehr entwichen ſein werde.
Wir ſprachen von Empfindung, dies iſt der gerade Weg zum Herzen. Wir ſtimmten darin überein, daß die Vergnü⸗ gungen eines faſhionablen, das heißt eines frivolen Lebens völlig ungenügend ſeien, um die tiefe Leere des Herzens auszufüllen. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß wir bei allen dieſen Geſprä⸗ chen eben ſo unbegreiflich und eben ſo verworren waren, als alle ſentimentalen Leute, und es blieb uns die Ueberzeugung, wir ſeien erhaben über die Horde der Weltmenſchen, und dieſe


