12
iſt verwelkt.... ich gebe Dir, Du Guter, Dein Wort und Verſprechen zurück. Du blüheſt wieder, wie vordem, und kannſt die ſchönſte Dirne freien gehen. So ſei denn frei in Gottes⸗ namen!“
Aber ihr antwortete Gabriel, ohne lang zu ſtudiren, was zu ſagen wäre:„So? das Dein Ernſt, lieb Waberl? Jetzt willſt Du mich fortſchicken, da ich ſo lange bei Dir gewacht und ausgehalten? Doch rechne ich mir das nicht als ein Verdienſt an. Was haſt Du Alles für mich gethan! Aber mich jetzt fortſchicken, da ich nun ſo tief aus dem Grunde weiß, wie ſehr Du mich liebſt, Du goldnes Herzensjüngferlein? Du haſt nie hinter'm Berg gehalten mit Deiner Liebe zu mir,.... aber was der Fiebergeiſt aus Dir ſo ſchön und zuckerſüß mir offen⸗ herzig herausgeplaudert... das hätteſt Du mir vielleicht im ganzen Leben nicht freiwillig geſagt. Und jetzt, nachdem ich Dein lieb Herzl auswendig weiß, vom Giebel bis zum Keller — jetzt ſoll ich wandern und mich umſchauen nach andern, und Du willſt nicht aushalten in treuer Liebe?“
Was war da zu entgegnen?—„Ach, wenn der Vater wollte!“ hieß es nach neugeſchloſſenem Bunde aus dem Munde der Wabi, des Gabriel, der Agathe.
Aber der Vater? Kaum war die Tochter dem Leben erhalten, und ſchon lohnte er mit vielen Worten der Dank⸗ barkeit die Pfleger ab... und es blieb bei den Worten. Warum? Ottokar ließ ſich nicht durch die böſen Spuren, ſo die Blattern auf des Mädchens Zügen hinterlaſſen, von ſeinem Vorſatz, es zu ehelichen, abſchrecken.—„Etwas weniger hübſch im Geſicht,“ wachte der Schlaukopf:„dafür aber immer noch
„


