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Erlaubniß dem Vaterhauſe entronnen, und pflegte den Gelieb⸗ ten mit weicher Hand und tröſtete ihn mit ſüßer Rede. Und da ſie endlich bei dieſem frommen Geſchäft ertappt, und in des Kirchenmeiſters Wohnung zurückgebracht, auch von dem Vater ſtrengſtens herbe angelaſſen wurde, ſo ſprach ſie milde aber ſtandhaft, wie eine zur Marter beſeeligte auserwählte Jungfrau:„Macht mit mir, was Ihr wollt. Ich habe ge⸗ than, was mir oblag, und mein Gabriel wird geneſen„da er mich geſehen, mich gehört hat und von meiner Treue über⸗ zeugt iſt, wie ich's von ſeiner Unſchuld war. Und da er jetzt
eben wird, mag's geh'n mit mir, wie's will.“
Der Kirchenmeiſter, ſolche Rede vernehmend, und den ver⸗ klärten Blicken ſeiner Tochter gegenüber, ſchämte ſich faſt ſeiner Härte, und ſeiner Treuloſigkeit. Nur hielt die Beſchä⸗ mung nicht lange an, und wenn er auch den Gabriel nicht mehr ſchmähte, ſo wußte er ihm doch von Tag zu Tag ſeine Thüre ſtrenger zu verbieten, hinwieder dem Ottokar alle Thore zu öffnen, um der Wabi Herz und Neigung zu gewinnen.
So ſprach er einſt zu ſeinem Kinde:„Es dürfte heute oder morgen geſchehen, daß Meiſter Ottokar um Dich würbe, und Du wirſt ihm wohl Dein Jawort geben, will ich hoffen?“— Worauf die Barbara mit ſtolzem blaſſem Angeſichte:„Ihr ſeid mein Vater und mein Herr. Was Ihr befehlt, hab' ich nicht zu meiſtern. Aber dem Gabriel bleibt in Ewigkeit meine Lieb' und mein Wort, und für alles Unglück, das aus meiner Ehe mit Ottokar entſtände, will ich nicht verantwortlich ſein vor Gott!— Jedoch denke ich“— ſetzte ſie mit traurigem Lächeln hinzu—„daß es nicht ſo weit kommen werde. Ich
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