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der Jüdin, und hatte ſelbſthändig die feinen Perlen auf der Flucht von Wien gen Ungarn in des Salzbergers Garten, zur Nachtzeit, da der Gärtner ſorgenlos und ſorgenvoll vom Lieb⸗ chen träumte, vergraben, als einen Apfel für zukünft'gen Durſt. Nachdem der Dieb und Todtſchläger eine gute Weile in der Fremde verbracht, war er— wie's zu kommen pflegt— am unſichtbaren Faden der ſtrengen unbarmherzigen Vergeltung nach der Wienſtadt zurückgegängelt worden, und alſobald in die Wolfsgrube eines ganz plumpen und alltäglichen Schnipfer⸗ ſtreichs, ſomit in die Bande des Gerichts gefallen. Um nun ſo bald als thunlich, dem Kerker zu entkommen, und noch ein gut Stück Geld davonzutragen, hatte er in ſeiner Einſamkeit den Plan ausgeheckt, des Unſchuldigen Blut und Ehre auf den Block zu liefern.— Wie geſagt jedoch, zog ihm der Richter durch ſeine Schelmenrechnung einen dicken rothen Strich, denn er riß ihm die Maschera vom Sünderantlitz, und ſchickte ihn, ſeine Verbrechen alle auf einmal zu ſühnen, zur Rabenſtätte, wo er auf dem Rade die Seele in die feurigen Krallen des⸗ jenigen, dem er längſt gedient, befahl.—
Salzberger war alſo frei, und ſuchte wiederum ſein ſtilles Haus, das ſeine Schweſter bisher bewirthſchaftet hatte. Aber neben Gabriels Freude zog auch das Siechthum mit ihm unter daſſelbe Dach. Die Peſtilenz, ſo dazumal in der Stadt re⸗ gierte, packte den an Körper und Geiſt Ermatteten ſo mör⸗ deriſch an, daß für ſein Leben ſchier weniger bezahlt worden wäre, als für des Armenſünders auf der Rabenſtätte.
Siehe jedoch: wie eine Lichterſcheinung, die vom Himmel ſteigt, ließ ſich an ſeinem Lager die treue Wabi nieder, ohne


