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Band 3 (1847) Band 3
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wort ertheilt; dann hatte er ſich nach vollendetem Brautzug in den grünen Winkel, wo der Brunnen plätſcherte und die in der Salzberger⸗Wittib Garten einheimiſch gewordene Droſ⸗ ſel ſang, in den Pfarrherrn verwandelt und ſeinen Segen über die kindiſchen Brautleute geſprochen, worauf ein Rund⸗ kuß und ein luſtiger Rundtanz gefolgt war, zum Beſchluß der Ceremonie und zum Vergnügen der zuſchauenden Alten.

O du liebe Zeit! der grüne Winkel ſtand nach vierzehn Jahren an demſelben Flecke; noch plätſcherte der Brunnen, und eine Amſel hatte die Droſſel von dazumal abgelöſt; aber wo waren Werberin und Braut, Brautvater und Pfarrer, Hochzeitgäſte und Zuſchauer hingekommen?

Gabriels Mutter war von der Erde hinweggegangen, und Gabriels Schweſter zu einer reichen Bürgersfrau in Dienſt; die Frau des Paliers Joſt war dieſelbe Straße wie die Nach⸗ barin aus der Welt gezogen, und ihr Sohn Lukas auf der Wanderung in's ketzeriſche England verſchollen. Wabi ſelber war nur mehr auf dem St. Stephans Freithof zu finden, obſchon Gott ſei Dank nicht als eine niedergelegte Lilie, ſondern lebendig, prangend ein Kleinod. Ihr Vater war nämlich Kirchen⸗Werkmeiſter am hohen Dom der Stadt Wien geworden, wohnte in dem ſeinem Amt nächſt der Kirche beſtellten Gebäude, und verlaſſen war daher neben dem Salzberger⸗ Garten das einſt ſo fröhliche Haus des Paliers geſtanden, bis der einäugige Mann es gekauft, und mit ſeinem alten Weibe und garſtigen Hunde beſetzt hatte. Trauriger beinahe war das Häuslein des ledigen und vereinſamten Gabriel anzu⸗ ſchauen. Nicht einmal die Hoffnung, die allzeitdienſtfertige Magd der Mühſeligen und Beladenen, wohnte mehr darinnen.