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Band 3 (1847) Band 3
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Zu den Lebzeiten der beiden Mütter war für Gabriel und Wabi das goldene Zeitalter geweſen. Die Frauen, ge⸗ borene Heirathsſtifterinnen, ſahen gern der Liebe zarte Blüthe ſchon in den unmündigen Kindern gedeihen, und bauten darauf einen Sommer voll von Früchten. Wabi und Gabriel liebten ſich ſo herzlich! In ihren Augen, wenn ſie einander ſo recht innig anſchauten, ſchien geſchrieben: Unſere Ehe iſt im Himmel ſchon längſt geſchloſſen. Und die Mütter ſagten zu dem Spruch von obenAmen und auch der Vater Joſt hatte nichts dagegen, ſo lang... er nicht reich und der ge⸗ ſtrenge Herr Kirchenmeiſter im St. Stephansdom geworden war.

Geld und Ehre kehren allzuoft den Menſchen um. Zwar nach dem Tode der Mütter geſtattete Vater Joſt dem liebefreudigen Gabriel noch eine geraume Zeit hindurch den Zutritt zu ſeinem Hauſe, den ziemlichen Umgang mit ſeiner ſchönen Barbara. Das war das ſilberne Zeitalter.

Auf einmal jedoch fiel dem alten Herrn ein, mit ſeiner Tochter höher hinaus zu wollen; z. B. ſie dem reichen Ju⸗ welierMarquart am ſchiefen Eck zu geben. Marquart ſagte dazuJa und nach damaligem Brauch durfte die Tochter nicht geradezuNein ſagen. Dem beſtürzten Ga⸗ briel, dem Vater Joſt einſt ſo beiläufig, als ob ſich das von ſelbſt verſtände, die in Ausſicht ſtehende Hochzeit anzeigte, raunte indeſſen bald darauf die ſchöne Wabi zu: Sei nicht böſe, und halt' aus in Liebe. Ich bleib' Dir treu; Du wirſt ſchon ſehen. Der gute Burſche, kopfſchüttelnd zwar und voll von Herzeleid und Seelenangſt, that, wie ſie geboten. Und ſiehe: nachdem Herr Marquart ſchon ein paar Wochen mit der Wabi