Zeitschriftenband 
Band 4 (1847) Band 4
Einzelbild herunterladen

328

ihm über den Schlupfwinkel, den er ſich in ſeinem Garten gewählt hatte.

Ja, mein Herr, ſagte er zu ihm,durch eine Schießſcharte, die ich in meiner Höhle angebracht hatte, konnte ich ſehen, was bei Ihnen vorging. Ich wohnte Ihrem Spazier⸗ gange bei. Wie oft ſetzten Sie ſich kaum zehn Schritte von mir nieder!

Und als Herr Petroff hierüber zu erſchrecken ſchien, fügte er bei:

Oh! Sie hatten nichts zu befürchten. Nie hat Tunſo einem wehrloſen Menſchen ein Haar geſtohlen; um ſo viel mehr hätte er ſich gehütet, Hand an denjenigen zu legen, welcher ihm Gaſtfreundſchaft gab!

Der Aga beſuchte ihn ebenfalls und ſprach zu ihm:

Wie, Tunſo, Du, der Du mit Deinem Charakter, mit Deinem Verſtand und Deiner Thatkraft Deinem Vaterland ſo edel hätteſt dienen können, wie mochteſt Du Dich ſo der Räu⸗ berei ergeben?

Wie? Herr, ich werde Eure Frage durch eine Frage derſelben Art beantworten. Wie kommt es, daß unſere Staats⸗ männer, obgleich überhäuft mit den Gaben des Glücks, noch das Volk ſeiner Pfennige berauben, ſie, welche, beauftragt, für die Bedürfniſſe des Landes zu ſorgen, ſo leicht die Wohlfahrt ihrer Mitbürger ſein könnten? Herr, der Unterſchied zwiſchen ihnen und mir beſteht darin, daß ſie unter der Aegide des Geſetzes rauben, während ich auswärts raubte; daß ich aus der Börſe des Reichen nahm, um in die Hände des Armen zu geben, während ſie aus der Taſche der Armen nehmen, umes in ihre