Zeitschriftenband 
Band 4 (1847) Band 4
Einzelbild herunterladen

322

Auf den Schrei des Erſtaunens und des Schreckens, den die beiden Damen gleichzeitig ausſtießen, drängte man ſich um ſie her; man nahm die Tabletten, man lief nach den Fenſtern und Thüren, und wüthend, ſo myſtificirt worden zu ſein, ſchwur der Fürſt Paul, ſich zu rächen. Aber es gelang dem verwegenen Banditen abermals, ſich allen Maßregeln zu entziehen, die man gegen ihn nahm. Mehr noch, da der Tag eben anbrach, ſo konnten alle Tänzer mit Bequemlichkeit Tunſo im Augenblick ſeiner Flucht ſehen. Er ließ ein paar Minuten lang im Hofe das ungeſtüme Roß caracoliren, das ihm zwei Banditen am Zaume hielten, grüßte ſodann die edle Ver⸗ ſammlung und ſprengte fort.

Die Tabletten und das Etui ſollen tauſend Ducaten werth geweſen ſein.

Man erzählt ſich von Tunſo noch andere nicht minder ercentriſche Züge. Als er zum Beiſpiel erfuhr, der General Graf Kiſelef, der proviſoriſche Gouxerneur der Walachei, be⸗ finde ſich in der Gegend von Piteſcht, um die Bäder zu ge⸗ brauchen, beſchloß er, ihn auf die Probe zu ſtellen. Der General ging gewöhnlich Morgens in einem Parke ſpazieren. Tunſo, der dies wußte, ließ ſeine Bande an der äußeren Mauer des Geheges ſich verborgen halten, erſchien allein vor dem Grafen und ſagte, hoflich ſich verbeugend, zu ihm:

Mein General, ich bin Tunſo. Ich verlange von Ihnen weder Geld, noch Juwelen, und noch viel weniger werde ich mich an Ihrem Leben vergreifen; Sie haben alſo nichts von mir zu befürchten.

Was wollt Ihr dann?