316
dermal auf einem Ball, und einſt ſogar im Divan*) zu erſcheinen. Er ging unter der Menge umher, geſellte ſich den Gruppen bei, redete die Leute an, die er kannte oder die er zum erſten Male ſah, nahm ohne zu zittern das Wort, ſprach über Alles, drückte ſich offen über ſeine Weiſe, die Dinge anzuſchauen, aus, und zog die Aufmerkſamkeit auf ſich, ohne Verdacht zu er⸗ wecken. Man hielt ihn für einen Fremden, für einen Unbe⸗ kannten, für einen vornehmen Herrn. Man bewunderte ſeine Haltung, die Pracht ſeiner Kleider, die Heiterkeit ſeiner Rede, ſeine Zartheit gegen ſeine Tänzerinnen, ſeine Zuhörer, ſeine Partner, denn kühner, als es je ſeines Gleichen geweſen, be⸗ gnügte ſich Tunſo nicht damit, daß er ſprach, ſondern er nahm abwechſelnd Theil am Spiel. Nur war er bemüht, nie zu gewinnen.
„Er bot zuweilen den Damen Geſchenke, und dies auf eine ſo natürliche, ſo liebreiche Weiſe, daß ſie nicht auszu⸗ ſchlagen wagten, was von den Gewohnheiten des prunkhaften Nabobs herzurühren ſchien. Oft waren ſeine Geſchenke das Reſultat von Räubereien, die er zum Nachtheil der Perſonen begangen hatte, denen er ſie auf dieſe Art theilweiſe erſetzte: doch wer hätte je in ihm den Sänger vom Chorpulte der Biſſericka zu erkennen geglaubt!
„Am Tage, wo der neue griechiſche Conſul S... an⸗
*) Es iſt hiemit der Divan der Walachei gemeint. Dieſer ſteht dem Hoſpodar zur Seite, iſt aus den vornehmſten Bojaren zuſammengeſeßt und bildet ügleich das oberſte r gericht des Landes.


