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Band 4 (1847) Band 4
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Wirthſchaft Troſtloſigkeit, ſeinen Mißmuth im fremden Wein zu erſäufen, bald ſuchte er Zerſtreuung wegen des Herzeleids, das ihm ſein Sohn gemacht.Ich überlebe es nicht, daß man meinen Jungen als einen Dieb eingeſteckt hat; ſagte er das einemal.Daß mein Junge dem Kaufmann die paar hundert Gulden verloren, iſt ein Nagel zu meinem Sarg; behauptete er das anderemal.Ueber ein Kurzes werdet Ihr mich ſehen, über ein Kurzes nicht mehr; pflegte er auch manchmal prophetiſch zu äußern, und machte dabei ein Geſicht, als läge er bereits auf der Bahre und trank ſehr. Und was er in derlei Augenblicken prophezeit, ging auch richtig an einem ſchönen Tage in Erfüllung. Man ſah ihn nicht mehr. Weder ſeine Angehörigen, noch ſeine Gläubiger, noch ſeine Trinkbrüder wußten, wo er hingekommen. Die Gerichte citirten ihn; er ſtellte ſich nicht ein. In allen vier Elementen ſuchte man nach ihm: er fand ſich nicht vor. Da ſtand nun die Mutter des Fortunat auf der Höhe der Dinge, nemlich auf einem Berge, von dem ſie einmal ihr Elend ganz über⸗ ſehen konnte. Das unglückſelige Kaffeehaus wurde verkauft. Der Vormund der Kinder des vorletzten Beſitzers erſtand es, und verpachtete es aus Mitleid um einen Pappenſtiel bis zur Volljährigkeit ſeiner Mündel an Fortunat's Mutter, die ſich aus Verzweiflung an dieſen letzten Strohhalm klammerte, und gut und böſe den tipf eingeſunkenen Karren weiter ſchob. Fortunat ſollte ihr dabei helfen; aber wer hätte wohl dringender der Hülfe bedurft, als er, der rathlos daſtand mit ſeinem Glückshäubchen, der Glücksblüthe auf dem Daumennagel, ſeinem glücklichen Namen und den Reichthum verkündenden Löchern in ſeinen Stiefeln? 44