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Band 4 (1847) Band 4
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unverſehrt, die Akten meiſterlich in Ordnung. Nur war die Schublade des Schreibtiſches aufgegangen unfreiwillig, wie ſich ſpäter zeigte und das bewußte Geld.. fort! Wie ſo nachtheilig hätte auf Fortunat der Schrecken wirken können, wenn er ſich ihm hätte ganz überlaſſen dürfen! Zum Glück kam beinahe zu gleicher Zeit der Notar nach Hauſe, und brachte Abwechslung und Diverſion in den Auftritt, indem er mit dem unfleißigen Wächter ſeiner Kanzlei ein lebhaftes Geſpräch anhob, und in Folge deſſen einen kleinen Volksauf⸗ lauf provocirte, und den guten Fortunat ohne weiteres in Polizeigewahrſam ſtecken ließ. Welch ein Umſchwung der Dinge! Um neun Uhr noch im Beſitz ſeiner bürgerlichen Ehre und ſeiner bürgerlichen Geliebten... und um dreiviertel auf zehn Uhr juſt da die ſogenannte Lumpenglocke läutete die Liebſte verloren, die Ehre hin... Alles hin! Fortunat würde ſich in jener Schreckensnacht gewiß aufgehenkt haben, wenn er nur an's Aufhenken gedacht hätte, und nicht immer an Lieschen, das unbegreifliche und aprilmäßigwetterwendiſche Lieschen! Zwar laſtete nicht lange ein gemeiner Verdacht auf ſeiner Ehre; ſchon am nächſten Tage wurde der dumme Teufel, der das Depoſitum geſtohlen, zur Haft gebracht und mit ihm bis auf wenige Gulden das geſtohlene Geld; aber die Schreiberſtelle hatte er verwirkt, der gute Fortunat, und das Mädchen verloren, an deren Liebe er ſo kindlichdumm ſeinen ehrlichen Namen und ſein Fortkommen geſetzt.

5) Noch ein ganzes Bündel ſchlimmer Erfahrungen, an⸗ einandergereiht wie ein Kranz von Korallen; Ees ſind diejenigen gemeint, mit denen der gemüthliche Hund zum edeln