Zeitschriftenband 
Band 4 (1846) Band 4
Einzelbild herunterladen

308

Die Brüder hatten ſich ſeit langen Jahren nicht geſehen und der herzliche Empfang hatte etwas Feierliches.

Nachdem der Sturm der Begrüßung, der erſten Fragen und Antworten ſich gelegt, ſagte Pedro zu ſeinem Bruder:

Du findeſt mich eben beſchäftigt, den Bach abzu⸗ leiten.

Du wirſt wohl wiſſen wozu, verſetzte Anaſtaſio:doch ſcheint die Vergangenheit Dir nichts zu ſein, da Du immer noch nicht Dein gefährliches Gewerbe aufgegeben.

Was willſt Du? ſagte Pedro:jeder hat ſeinen Be⸗ ruf; der meine iſt, ein gefährliches Gewerbe zu treiben, das ich jedem andern vorziehe, vielleicht juſt um der Gefahr willen. Auch hier ſogar ſind wir in Feindesland, und wie Du ſiehſt führ' ich neben der Barreta den Degen.

Er deutete auf das angebundene Plerd.

Aber wie? ſagte Anaſtaſio:Alles iſt ja ruhig.

Dem Scheine nach, antwortete Pedro:doch der Beſitz des Waſſers wird mir vielfach beneidet. Mit dem Meſſer in der Hand vertheidigte ich mehr als einmal ſchon mein gutes Recht gegen meine Nachbarn, ſowie gegen die Goldwäſcher von Nacome, welche den Bach anſprechen, weil er ihrer Behaup⸗ tung nach in ihrem Gebiet entſpringe. Mit den Nachbarn bin ich ſo ziemlich im Reinen, nicht ſo mit den Nacomern. In einem Handgemeng mit ihnen iſt mein Genoſſe verwundet worden, und wir ſind ſtets eines neuen Angriffs gewärtig,

darum auf unſerer Hut. Trotz der bedenklichen Ausſichten mußten wir uns zum

Bleiben bequemen, um den Pferden Erholung zu gönnen,