Zeitschriftenband 
Band 4 (1846) Band 4
Einzelbild herunterladen

307

geſprengte Mine. Dem Ausbruch folgte wirrer Lärm, Fluch oder Freudenruf; dann ward es wieder ein Weilchen ſtill, und nichts wurde vernommen als das Brauſen der Waſſer⸗ fälle.

Wenn man bedenkt, daß hier keine geſetzliche Gewalt das Recht der Benutzung derPertenencias ordnet, und daß die Erde hier nicht dem erſten Beſitzergreifer, ſondern dem Stärkern angehört, ſo begreift ſich's leicht, daß jeder neue Ankömmling mit ſcheelen Blicken empfangen wird. Darum geſchah es mit geheimem Widerſtreben, daß ich mein Pferd in den Fluß ſpornte. Anaſtaſio folgte mir und wir näherten uns einer Gruppe, die Sand in ihre Bateas füllte. Ana⸗ ſtaſio fragte hier nach dem Herrn Pedro Salazar, den wir aufſuchen wollten.

Anaſtaſio hatte die Anfrage mit ſeiner gewohnten Leut⸗ ſeligkeit vorgebracht und erhielt zur Antwort:

Ich weiß nicht, ob der, welchen Ihr nanntet, noch von dieſer Welt iſt. Iſt er's, ſo trefft Ihr ihn dort an jenem Bach.

Er deutete dabei auf das Hauptgewäſſer der Thalſchlucht. Wir folgten der angedeuteten Richtung. Im tiefen Bette des Arroyo fanden wir einen hochgewachſenen Mann. Bei ihm ſtand, an einen Baumſtamm gebunden, ein aufgeſchirrtes Pferd. Vom Sattelbogen hing ein bloßer Degen. Der Mann ſtand bis zum Gürtel im Waſſer und ſtülpte eben Steine übereinander.

Er iſt's, ſagte Anaſtaſiv.