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Band 4 (1846) Band 4
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18 Am zweiten Abend die untergehende Sonne warf über die weiße Landſtraße ſo ſchöne rothe Lichter auf die Berge und Wälder und die vielen Ortſchaften einer reichen Ebene deutete der Poſtknecht mit der Peitſche nach dem anſehnlichen Kirchthurm, dem ſich die Reiſenden näherten. Das iſt Sil⸗ berhofen, ſagte er: das iſt Ihr Nachtquartier, Herr Doktor.

So? ein bischen früh am Abend, meinte Hermann. Das einzige gute Gaſthaus weit und breit, bemerkte dagegen der Poſtillon. Nun denn; meinetwegen. Wir ſchlafen alſo in Silberhofen, goldene Schweſter. Wie aber, Schwager, heißt das Schloß, das ſich ſo vornehm aus jenen Tannen hebt?

Schellenberg, lautete der Beſcheid: liegt nur einen Büch⸗

ſenſchuß von Silberhofen; gehört einem geweſenen Polacken,

einem Edelmann, einem Gerrn von Maſchewsky oder Machewitz.

Der Doktor wurde hierauf ganz ſtille, drückte ſich in die

Ecke des Wagens und die Reiſemütze tief in die Stirn. Die

Schweſter bekam keine Antwort mehr auf ihre Fragen und in der Meinung, er ſchlummere, wurde auch ſie mäuschenſtill. Endlich aber war denn doch das Poſthaus da, und der Schlummernde mußte erwachen und für das Nachtlager Sorge tragen. Das war nun bald geſchehen. Ihm lagen jedoch andere Sorgen im Kopf. Nach ein paar unruhigen Gängen durch's Zimmer ſagte er zu Dorothea: Liebes Herz, ich muß

Dich jetzt ein Stündchen allein laſſen. Ich habe einen Kran⸗

ken drüben in Schellenberg, den ich lang aus dem Auge ver⸗ loren. Da die Gelegenheit ſich darbietet, will ich doch nach dem Patienten ſehen. Zum Abendeſſen bin ich wieder dahein