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Nein, nein! das iſt— mit Deinen Worten— aus und vor⸗ bei. Wenn der Kaiſer Napoleon ſelber käme, ich ſagte ihm: Wird nichts daraus. Das rechte Liebſtöckel blüht dem Men⸗ ſchen nur einmal. Wer fragt auch viel nach einer alten Jungfer?
Ich wüßte einen Liebhaber für Dich? ſcherzte der Doktvr. Worauf die Schweſter ſo recht von Herzen: Wenn Du ſelber der Liebhaber biſt, ſo ſchlage ich auf der Stelle ein. Ich will zuſehen, ob ich mich als Wirthſchafterin in Dein vornehmes Stadtherrenhaus ſchicke. Gib Acht, ich lern's noch. Luſt und Lieb zu einem Ding machen Müh' und Arbeit ring. So werden wir doch beide nicht verlaſſen ſtehen und uralte Leute werden: Du, weil ich Dich pflegen will, wie ein Männchen von Marzipan; ich, weil Du mich aus aller Krankheitsnoth herauskuriren wirſt bis auf's letzte Fädelein.
Wer war Lergnügter, als Hermann. Ein Weſen gewon⸗ nen, in deſſen Buſen er Leid und Freud' vertrauensboll nie⸗ derlegen konnte! Schnell wurden alle Erbſchaftsangelegenheiten beendigt: kurze Haare ſind bald gebürſtet. Nachdem Alles nothdürftig in Ordnung, und ein Gärtner beſtellt, die Blumen auf des alten Redenbach Grabhügel zu beſorgen, reiſten die Geſchwiſter ſelbander der neuen Heimath des Arztes zu.
Auf der Ausfahrt hatte ſich Hermann fortſchaffen laſſen, wie ein Blinder, wie ein Koffer, wie eine Auſter. Auf der Heimfahrt hatte er die Augen offen, das Herz offen. Daneben das Vergnügen, ſeiner Schweſter; die ihm plötzlich ſo lieb ge⸗ worden, auf dieſer ihrer erſten Reiſe als Führer und Land⸗ beſchreiher zu dienen! Der Erzähler. 1846. W.


