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Band 4 (1846) Band 4
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eiferſüchtig geworden. Aber eine dumme Eiferſucht ſchickt ſich nicht an einem Sterbebett. Wärſt Du nur in Wirklichkeit da geweſen!

Glaub' mir, verſetzte Hermann: ich war da mit meiner Seele, mit allen meinen Gedanken. Mein Geiſt war in die⸗ ſem Hauſe, nicht in dieſem meinem Leibe. Eine unbeſchreib⸗ liche Sehnſucht hatte die ſchnöde Vergeßlichkeit abgelöſt, womit ich Euch, meine Lieben, ſo lange beleidigte. Vor Zeiten, ja, vor Zeiten hatt' ich oft die Abſicht, das Vaterhaus wiederzu⸗ ſehen... leider verſchob ich dieſe ſüße Pflicht zu erfüllen von Tag zu Tag. Jetzt bin ich dafür beſtraft!

Nachdem die Geſchwiſter des Vaters Grab beſucht und wieder nach Hauſe gekommen, überreichte Redenbach ſeiner Schweſter eine prächtige Silberkette und allerlei ſchön gefaßte Edelſteine, womit in jener Gegend die Weiber der Mittelklaſſen ihre Mieder zu ſchmücken pflegten, und ſprach: Sieh, das hab ich Dir mitgebracht, Dorothea. Wenn einmal die Trauerzeit vorüber, putze Dich alsdann mit dem Geſchmeide mir zu Ehren und zum Andenken.

Dorothea machte große Augen, ſetzte ſich mit fröhlicher Neugierde, ſpreitete ihre Schürze über den Tiſch und legte darauf den funkelnden Schatz aus, pries den Geber dieſer Herr⸗ lichke it, und nachdem ſie Alles ſorgſam durchgemuſtert, hob ſie an: Ich kann Dir in meinem Leben nicht genug danken, Bru⸗ der Hermann. Wie ſchön, wie reich, wie gewählt iſt das Alles! Ich wette, Deine Frau hat bei der Auswahl die Hände mit im Spiel gehabt!