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weil er dieſelben träge in den Schooß gelegt, blieb ihm nun, grüner als je und kein Nebenbuhler konnte in der großen Stadt neben ihm mehr aufkommen. Er wurde der geſuchteſte, der am rreichſten belohnte Arzt, und der Tod fürchtete ſich mörderiſch vor ihm, während er mit den übrigen Doktoren Bruder im Spiel war und aus ihren Geſchäften wenigſtens fünfzig Prozent Proviſion bezog.
Mitten in ſolche Laufbahn voll Glanz und Schimmer fiel ein kleiner ſchlichter Brief. Die Aufſchrift war von Frauenhand. Einen Augenblick ſchmeichelte ſich Hermann's Eitelkeit mit der Vorausſetzung, von Klementine komme der Brief. Nach ſo manchem Jahr von ihr, die ihm nie ein ſchriftlich Zeichen gegeben, ein paar Zeilen— vielleicht der
Wehmuth, vielleicht der neuauflodernden Liebe— zu erhalten, hätte ihm ſo wohl gethan! Der ernſte Mann iſt zu Zeiten gefall⸗ und liebeſüchtiger als das Weib.— Die Schrift war
freilich unſchön, fehlerhaft. Was thut das aber, wenn ſie von lieber Hand kommt? Ach— dem Verlaſſenen fiel kein Broſam Manna aus
dem Briefe zu. Das Schreiben war von ſeiner Schweſter,
kam aus dem entlegenen Marktflecken, wo er geboren worden.
Wäre der Inhalt des Blattes auch fröhlicher geweſen, er hätte
doch das Haupt ſchamroth zur Erde geſenkt. Seine Familie war ganz von ihm vergeſſen. In ſeines Glückes Anfang, in den Tagen ſeiner Liebe, ſeiner Ausgelaſſenheit, ſeiner Kopf⸗ hängerei, auf ſeinem Trinmphzug envlich hatte er der Seinen kaum mehr gedacht. Eine ſchwere Unterlaſſung, die ſich jetzo auf einmdl rächte.—


