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Band 4 (1846) Band 4
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Prennenden Schmerz milderte. Ein langes Leid iſt, wie man weiß, leichter, als ein ſchnell und heftig verlaufendes. In⸗ deſſen bleibt es doch immerhin ein Leid, ein Brand, der ſtille unter der Aſche wuchert und zögernd, aber ſicher ſeinen Herd verzehrt.

Es verſteht ſich, daß am nächſten Tage der Kaufmann ſeine Goldrollen wieder bekam. Den Brief, der dabei lag, hat er Niemand mitgetheilt und ihn nach der erſten Leſung verbrannt. Ein Narr, der Menſch! ohne Lebensart, der Menſch! hat er geſagt, der ſtolze Kaufmann, da er lachend und zornig zugleich das Gold zu dem übrigen in ſeine Kaſſa warf.

Wie er gelobt, ſo that Hermann. Er kam nicht mehr in's Haus des Kaufmanns. Zu ſtolz, um ſeine Klagen laut werden zu laſſen, zu ehrlich, um mit Verrath und Kundſchaf⸗ terei den Feind zu hintergehen, erwartete er mit Pein und Angſt die Dinge, die da kommen mußten. Sie wird ſter⸗ ben! ſeufzte er oft: Klementine wird das Unglück nicht über⸗ leben! So oft das Zügenglöckchen läutete, fuhr er zuſam⸗ men wie ein armer Sünder und dachte: Das bedeutet ihren Tod; jetzt iſt ihr edles Herz gebrochen!

Dem war und wurde aber nicht alſo. Erkläre es, wer kann. Das zarte Mädchen, kaum von einer ernſten Krankheit geneſen, dann hingeworfen auf das Siechbett durch rohe Ge⸗ walt und Verhöhnung, im Aufruhr einer ſchwerverletzten Leidenſchaft, die, befriedigt, das Leben, unbefriedigt den Tod gibt, erlag nicht. Sie erholte ſich, ſie wurde geſund. Vier Wochen nach ihrer erſten Ausfahrt wurde ihre Hochzeit mit