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kräftig wieder aufblühende Roſe.— Ihre Familie pries fröh⸗ lich des Doktors Weisheit; er lehnte das Lob beſcheiden ab und ſagte: Es iſt gar nicht ſo arg geweſen.
Daſſelbe wiederholte er der geneſenden Klementine auch. Dennoch fuhr ſie fort, ihr dankbares Gefühl dem beſcheidenen Rettungsengel von Tag zu Tag inniger auszuſprechen, bis er endlich mit Ueberraſchung, aber auch mit hoher Freude wahrnahm, daß nicht nur Er dem ſchönen Mädchen mit Liebe zugethan ſei, ſondern auch, daß Klementine dieſe Liebe erwiedere.— Redenbach's Herz war erregbar, allem Guten und Schönen zugänglich, empfindſam und daher weich in hohem Grade. Dieſe Empfindſamkeit ſollte einſt einen herben Einfluß auf ſein ganzes Geſchick gewinnen; damals jedoch träumte ſie nur von dem einſtigen Beſitze der Geliebten und von paradieſiſchen Tagen an ihrer Seite.—
Nun ſollte allerdings begreiflicherweiſe die Eroberung des Paradieſes nicht allzulang aufgeſchoben werden. Vor der Hand war indeſſen Redenbach zwar ein geſchickter und geſuchter, aber noch kein begüterter Arzt. Durfte er wagen, bei dem reichen Vater um die reiche Erbin zu werben?— Er wurde ſchüch⸗ tern, ängſtlich, die Sorge furchte ſeine Stirne. Eben in jene Tage voll von Sorgen fiel plötzlich die Stunde gegenſeitigen Geſtändniſſes. Was beide Liebende ſchon längſt von einander wußten, ſagten ſie ſich endlich Aug' in Auge, Mund zu Mund. — Und auch ſeine Befürchtungen und Zweifel ſagte Hermann heraus, und die unbefangene Klementine lächelte über ſeine Bedenklichkeiten.— Mein Vater, bemerkte ſie, iſt ein ſehr geſcheidter Mann, und mein Glück das Ziel ſeines Strebens.


