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Band 4 (1846) Band 4
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das insgemein einen glücklichen Blick, eine glückliche Hand. Die Benennung thut aber nichts zur Sache. Der Arzt, der da hilft, iſt ſtets ein glücklicher.

Hermann war eine ſchlichte Perſönlichkeit, machte nicht viel Worte mit ſeinen Kranken, nicht viel Weſens von ſich ſelber. Die Marktſchreierei jener Zeit, der prunkende Aufzug, die Schliche und Ränke, deren ſich dazumal junge Aerzte häufig bedienten, waren ihm fremd. Sein Anzug war ſauber, ohne Gold und Brillanten, ſeine Lebensweiſe höchſt einfach und jede Stunde ſeines Tages, ſeiner Nächte den Nothleiden⸗ den, die ſich an ihn wenden mochten, gewidmet. Feinde und Verkleinerer fehlten ihm nicht; er ging ſeinen Weg gerad aus. Seine angenehme Männlichkeit wandte ihm bald die Gunſt des Volkes zu, und dem Vertrauen der geringeren Stände, das gerne dem uneigennützigen, angehenden Arzte geſchenkt wird, folgte geſchwinder, als ſonſt der Fall iſt, das Vertrauen der vornehmeren und reicheren Leute.

Redenbach galt vorzüglich als ein Wunderthäter in Bruſt⸗ krankheiten. Er hatte manche an Bruſtübeln Leidende, die ſchon von der Fakultät aufgegeben waren, wieder auf die Beine, Viele wieder zur Geſundheit zurückgebracht. So fügte ſich's, daß ein ſehr vermöglicher Kaufmann ſich entſchloß, Hermann's Hülfe für ſeine einzige Tochter in Anſpruch zu nehmen, deren Zuſtand ſehr beſorglich erſchien. Hermann hatte kaum die Kranke geſehen, als er ſchon ſeinen Sieg über ihr Leiden ahnte und im voraus verkündigte. Der Erfolg beſtätigte ſeine Vorherſagung: die Kranke wurde bald beſſer und verwandelte ſich ſchnell aus einer kümmerlich dahinwelkenden Lilie in eine