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Band 3 (1846) Band 3
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im Flammennebel vom Abendrothe, tanzte Cahetano's Barke von Woge zu Woge, gleich dem Damhirſche, der über einen Abgrund ſetzt. Von den zwei Unglücklichen im Fahrzeuge ſtand der Eine aufrecht mit bleichem Antlitz; dann ſchien er niederzuknieen und zu beten; der Andere, das war Cahetano, machte eine drohende Geberde, und bei dieſer Geberde brach der Menſch in ſich zuſammen, noch flehend und die Hände gen Himmel ſtreckend. Ein Schleier von Schaum barg mir auf einen Augenblick den Verlauf der Scene; aber mir ſchien, als miſche ſich ein Schrei höchſter Noth in das entſetzliche Konzert der Wellen, welche gegen die Felſen heulten. Das alles war raſch, wie der Gedanke. Die Barke, von einer Woge emporgehoben, ſchien außerhalb der Fluten geſchleudert zu werden, richtete ſich ſenkrecht in die Höhe, that einen Satz mit dem Vordertheile, ſchwankte einen Augenblick zwiſchen zwei Felſen, die ſo ſpitz waren, wie Dolche; ich ſah Cahe⸗ tano den Arm ausſtrecken, ein Körper ward über die Klippen geworfen, darauf ſchwand alles. Einige Minuten ſpäter kreiſten mitten in den Schaumwirbeln, welche die ſinkende Sonne nicht mehr mit ihrem blutigen Purpur färbie, Trüm⸗ mer einer Barke, ſpielend gleich Strohhalmen, von der Windsbraut gefaßt, und unter dieſen Trümmern unterſchied man keine Menſchenform.

Unter den Tropen bricht die Nacht ohne Dämmerung ein; Finſterniß hatte mit dem Tag getauſcht; das Fahrwaſſer funkelte von Phosphorſchein, der Himmel von zahlloſen Ge⸗

ſtirnenund weder der Spanier noch ich hatten einen Schritt