vollſte Muth, die tollſte Kühnheit nicht zu erreichen hoffen durften. Es war eine Spitze der Inſel Tiburon, welche man noch in den Gluten der ſinkenden Sonne gewahrte, die lange rothe Strahlen in die Klippen ſchoß, welche, ſcharf und ge⸗ drängt, den Zacken einer Säge glichen. Von Minute zu Minute erloſchen dieſe Strahlen, wenn die Brandung in fürchterlichen Wirbeln ſchwand, die in ziſchenden Garben aufſtiegen oder als ſchäumende Waſſerfälle herabſtürzten. Nur ein Phokus hätte über dieſe ſchreckbare Kluft ſetzen können. Nach dieſer Richtung ſchiffte Cahetano mit einer Schnelligkeit, welche mir Schwindel erregte, und er ſchiffte ohne Noth, weil die Feinde zum Rückzuge geblaſen hatten. Nichts glich der Angſt des armen Spaniers. Noch eine Minute weiter und ſein Vermögen war verſchlungen.—
„Ach!“ rief er händeringend,„Thor, der ich war! Ich hätte dies Ergebniß vorausſehen, darauf gefaßt ſein müſſen; dieſer Menſch iſt unverſöhnlich.“
„Aber was kann er für einen Vortheil dabei haben, dieſes ſeltſame Manöver auszuführen?“ fragte ich ver⸗ wundert.*
„Was für Urſachen!“ rief der Andalufier,„der Mann, welcher dieſen Unglücklichen begleitet, iſt ſein dienftfertiger Freund!“.
Bei dieſen Worten warf er ſich in's Gras. Ich faßte das Fernrohr, welches ſeiner Hand entſank. Gebannt von dem grauſigen Schauſpiele, konnte ich den Blick nicht dabon wenden. Noch in einiger Entfernung von den Klippen, mitten


