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noch fünfundvierzig Tage Friſt, und ſechs Wochen vergehen ſo geſchwinde!“
Der Rabe lachte höhniſch von ſeinem Steigbaum herab; Andreas machte ſich indeſſen daran, ſeine unwirrſche und ängſt⸗ liche Stimmung niederzuhalten, indem er alle in ſeinem Hauſe aufgeſpeicherten Herrlichkeiten und Reichthümer hervorklaubte und beim Schein der Lampe muſterte. Da waren ſchimmernde Goldmünzen, alte und neue Thaler, Perlſchnüre und Gra⸗ natenbänder, geſtickte Hoſentrager und blinkende Waidmeſſer, Büchſen von künſtlicher Arbeit, Stutzgläſer mit Gold und Silber verziert, Knöpfe und Spangen voll Edelſtein— Alles, was das Herz eines reichen und geizigen Landmanns erquickt. — Aber immer wehmüthiger wurde vor ſolcher Pracht der Beſitzer.—„Das Alles iſt mein,“ ſagte er:„Was hilft's mir aber, wenn ich die ſchneemilchperlblühweiße Hanni nicht habe? — Und nur fünfundvierzig Tage noch zu leben!!!“
Der Rabe lachte wieder.—„Willſt du ſtat ſein, du verzweifelter Burſche!“ ſchalt Andreas zu ihm hinauf:„weißt du nicht, daß ich dir zum Trotz mich noch bekehren kann als ein reuiger Chriſtenmenſch, und daß alsdann deine Ge⸗ walt über mich ein Ende hat?“
Noch lauter und beinahe unauslöſchlich wurde des Raben Gelächter. Und an ſeine Bruſt klopfte verdutzt der reiche Mann und dachte:„Wohl darf er lachen. Würde nicht, ſo⸗ bald ich dem Schrattl abſage, all mein Hab und Gut zu Aſche und Kohle werden? zu Staub all dieſer Reichthum, mein Feld und Wald zu ödem Geſtein, zu abſcheulichem Aas meine Herde, zur einſtürzenden Keuche mein bildſauberes Haus?


