Zeitschriftenband 
Band 3 (1846) Band 3
Einzelbild herunterladen

18 3

ſchwarze Schelm da oben wollte aber er hat alle Luſt und Dienſtbarkeit aufgegeben, der rußige Spitzbub, und die Zeit drängt mich mörderlich!

Andreas hatte mit der Hand gegen die Stiege gedrohl die auf den Boden des Hauſes führte. Oben jedoch, in der Bodenkammer, ſaß ein Rabe auf einem Steigbaum; ein alter verhutzelter Kerl von einem Raben, mit ergrautem Kopfge⸗ fieder, aber mit gluthrothen Augen, die durch das dickſte Brett ſahen, da dem Raben gar nichts verborgen blieb von 4 was ſich im Hauſe begab. Kein Wunder! dieſer ergrau 3 Rabe war ein hölliſcher Knecht und Paßauf, den ſein finſtre Meiſter in das Haus des mit Leib und Seel' dem böſen Feind verſchriebenen und verpfändeten Andreas Mitterſtorfer befehlig hette. Seit einiger Zeit diente er dem Anderl faul, paßte dagegen um ſo fleißiger auf, weil ein wich ſtiger Zeitab⸗ ſchnitt herannahte: der Schluß und das Erlöſchen des dia 3 uen Kontrakts. 3 3

Noch fünfundvierzig! krächzte oftgenannter Rabe 4 eine gellende Antwort auf Anderls Selbſtgeſpräch von Kammer hernieder; und Andreas, nachdenklich in ſeine Stul tretend, ſagte ferner zu ſich ſelber:Ja wohl, ja wohl, de ſchwarze Dieb hat Recht, und eine Verlängerung des Vertrig iſt nicht zu hoffen, wenn ich nicht entweder eine arme, un ſchuldige Seele an der Statt der meinigen zum Untergan ſtelle, oder aber eine noch unſchuldigere mittelſt der Ehe un auflöslich an mich binde, um ſie zeitlich und ewiglich zu derben und ihre Kinder wenn deren kommen Schwarzen zu eigen zu geben gleich nach ihrer Geburt.