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Band 3 (1846) Band 3
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paar Jahren, da unſer Pfleger und unſer Pfarrherr Chriſtoph Staindl nach Mitterndorf kamen, um den Prädikanten abzu⸗ ſchaffen, war er nicht an der Spitze der aufrühreriſchen Bür⸗ ger, die beide vom Kaiſer geſchickte Herren frei todtſchlagen wollten? Des Himmels Fürſicht hat dieſes Unglück verhindert, aber noch hat ihre Langmuth die berſtockten Herzen der Sek⸗ tirer nicht gerührt.... und ich ſollte zum Gröbming⸗Jörgl ziehen, um ihn zu erben? Pfui Teufel! Müßt ich da nicht ſelber lutheriſch werden?

Nun? und wenn? fragte Andreas kalt entgegenbe⸗ ten die Sektirer nicht zum Gott aller Chriſten? Schwarz oder weiß das gilt alles gleich, wenn man's nur gut hat auf Erden.

Das iſt ein verruchter Spruch; ſtammelte Hieſel und wollte aufſtehen. Andreas zog ihn jedoch gewaltig auf ſeinen Sitz nieder, nöthigte ihm noch einmal die Flaſche auf, und ſagte geſchmeidig: Gelt, jetzt glaubſt Du auch, daß ich vom leibhaften Schrattl beſeſſen?*) Es iſt aber wohl nicht ſo arg. Weißt? auf der Welt ſind zweierlei Güter dem Menſchen be⸗ ſchieden: die himmliſchen, und zu denen geht man ein durch Kirche und Sakriſtei; ferner noch die Schätze der Erde, und zu denen gibt es andere Schlüſſel, die den Himmel gar nichts angehen. Wer einen dieſer Schlüſſel im Sack hat, kann die ganze Welt auslachen, und doch noch vor der letzten Muſte⸗ rung ſelig werden. Wenn wir's begehren, betet der Prieſter

*) Schrattl: der Teufel.