9 2
Dir das Abendgebet mit dem Feuerbrand da auf Deinen Schädel ſchreiben! Jetzt thu“, was Du magſt!“
„Nun, nun,“ ſprach Hieſel begütigend:„Sag' ich doch nur, was andere Leute ſagen. Ich für meinen Theil glaube nicht und mag nicht glauben, daß ein getaufter Chriſt ſeine Seligkeit verkaufen werde an den heidniſchen Teufel. Aber was ich glaube und immer glauben werde, iſt, daß, wenn ſelbſt der reiche Anderl Mitterſtorfer den Bittelmann*) an die Hanni ſchickte, derſelbe unverrichter Sache wieder heimkommen würde.“
„Meinſt? glaubſt?“ verſetzte Andreas mit einer gar häß⸗ lichen Fratze:„Kannſt etwa Recht haben. trink dafür ein's! Ich bring' Dir's, Hieſel! auf Glück und Wohlſeim, Du armer Schelm. Wenn's Dir ferner ginge, wie bisher, ſo wär's frei eine Wohlthat, wenn ſie Dich bald derholzt nach
Haus tragen würden.**)— Trink' armer Schelm. Sieben⸗
mal und neunmal ſieben bringen Glück, das ſteht geſchrieben!“
Mißtrauiſch blickte nach einem langen Schluck aus der Flaſche der arme Hieſel empor und ſagte:„War das nicht etwa ein hölliſches Sprüchlein? Anderl, verkauf' nicht dem Erzfeind meine Seele ſtatt der Deinigen. Anderl, geh' auch nicht mehr in des Meßmerjosl Haus, bitt' ich. Du ſollſt gar nicht gut dort von mir reden, meint die Hanni, meint die Mietzl.“
5*) Freiwerber. **) Von einem fallenden Baum erſchlagen; häufig das Loos der Holzknechte.


