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Band 2 (1848) Band 2
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die Inſel des St. Lazarus, wo Bhron bei den Armeniern Un⸗ terricht nahm. Das Kloſter dieſer arbeitſamen Mechitariſten iſt vielleicht das würdigſte unter allen dieſen mönchiſchen An⸗ ſtalten. Die modernen Reformfreunde ſollten berufsmäßig nach St. Lazarus reiſen, denn dort würden ſie nicht wie in andern Klöſtern Europas eine unfruchtbare Entſagung der Welt, ſon⸗ dern ein thätiges Leben, ein herzſtärkendes, geiſtbelebendes Stu⸗ dium, ächte Frömmigkeit finden.

Ich kam eines Abends an den Lido, ohne daß ich es dachte. Mein Gondolier hatte dort ein Stelldichein, und ſo brachte er mich dahin. Es war gerade Bacchanalientag. Jeden Monat begrüßt der Venetianer den Neumond mit einem Feſt auf dem Lido, wo die groteskeſten, wildeſten Tänze beim Schalle einer verzweiflungsvollen Muſik aufgeführt werden. Alles trinkt, ſchreit, tobt im Uebermaße; ein Ball im pariſer Opern⸗ haus, ja die Rückkehr von der Courtille iſt kaum entfernt da⸗ mit zu vergleichen. Die ganze Volksmaſſe Venedigs iſt da mit all' ihrem Schmutz und all' ihrer Fröhlichkeit. Wenn die Mädchen auf dem mit Wein benetzten Raſen ausſchlafen, tan⸗ zen die Männer unter ſich fort, bis auch ſie umſinken. Noch hat ſich kein Maler gefunden, der dieſen Bacchanalien den Weiheſtempel der Kunſt aufgedrückt hätte.

Heut zu Tage iſt der Lido zu Venedig ungefähr das, was die Barriere Mont⸗Parnaſſe zu Paris, nur daß der Himmel ein ſchöneres, tieferes Blau zeigt und das Meer dieſen Feſten einen eigenthümlichen Reiz verleiht.

Die Venetianer nennen dieſe Feſte Bacchanalien, wie ſie