Wnen in Roſinen, Leberthran und aufrichtigem Curagao noch mehr in die Höhe gebracht. Darum war er ſtolz ge⸗ worden auf ſeine ſolide Firma, und hatte dieſelbe ſeinem Sohn übertragen mit der ausdrücklichen Bedingung, den Namen des Hauſes untadelhaft und auf dem Glanz zu erhalten. Bis dahin war Alles recht gut. Johann Friedrich, der zu Ham⸗ burg und Bremen in der Lehre geweſen, und alſo in ſeiner Parthie perfekt geworden, trieb das Geſchäft commeé il faut, und der gegenüber liegende Konkurrent, ein ebenfalls bemittel⸗ ter Spezereihändler, fing an, über das koulante Weſen des jungen Geſchäftsmannes in Unruhe zu gerathen. Aergere Ver⸗ wicklungen ſtanden indeſſen noch bebor.
Eines Tags nämlich, als Johann Friedrich eben ein paar Tönnchen Häringe ſortirt, und friſch angekommene Cigarren⸗ vorräthe prüft, fährt gegenüber ein Wagen an, und aus dem⸗ ſelben ſteigt die Tochter des fraglichen Spezereihändlers, die ein paar Jahre in einer fernen Koſtſchule zugebracht hatte, und nun wiederkehrt im vollen Wichs der Jugend und Schön⸗ heit und Liebenswürdigkeit.
Es war Natur, daß Johann Friedrich Cigarren und Häringe vergaß über dieſem Mädchen, das in der That etwas Ausgezeichnetes und Feines war. Obendrein logirte ſich Mam⸗ ſell Sabine im erſten Stocke ihres väterlichen Hauſes ein, ſaß immer am Fenſter, hatte immer das Auge in Johann Fried⸗ richs Laden, und er hatte das ſeinige natürlich immer oben an ihrem Kreuzſtocke.— Bald redeten die Mägde am Brunnen davon, daß aus Binchen und Johann Friedrich ein Paar werden würde.


