Zeitschriftenband 
1848 Band 1
Einzelbild herunterladen

321

ihr Antlitz den Blicken zu entziehen, die, wie ſie wohl wußte, jeder Bewegung auf ihren Zügen folgen würden.Der Herr Graf hat alſo meinen Vater bereits getroffen? fragte ſie.

Ja, mein Fräulein, erwiederte er mit einem eigenen Ausdrucke.Erlauben Sie, meine Damen, fügte er mit lauter Stimme hinzu,daß ich Sie daran erinnere, die Fürſtin wartet hier in der Nähe.

Ah, da will ich meine Mutter hieherbringen! Sie muß den merkwürdigen See ſehen! rief Fräulein Ebba freudig. Folget mir. Ich gehe ihr entgegen.

Alle Damen beeilten ſich, ihr zu folgen, aber der Graf hielt Fräulein Karin mit einer ehrerbietigen und bittenden Miene zurück.

Die Fürſtin iſt bald hier, ſagte er.Meine Zeit iſt koſtbar und bitte deßhalb Fräulein Karin, mir einen einſamen Augenblick zu ſchenken.

Sie zauderte. Ein Blick voll Angſt und Unruhe flog nach dem ſchattigen Baume, wo ein beſonders ſchrecklicher Schat⸗ ten ſie bewachte.Graf Otto! flüſterte ſie leiſe:Hier iſt eine gefährliche unheimliche Stelle. Laſſen Sie uns von hier fort⸗ tiem

Nein, mein Fräulein, ſagte er mit der Enſchloſſenheit eines Soldaten.Ich habe ein Wort auf meinem Herzen, in ihm liegt alle Ruhe meines Lebens; warum ſollte ich nicht die Gelegenheit benützen, es auszuſprechen. Nennen Sie dieſe Stelle nicht unheimlich! Sehen Sie den ſchönen, klaren See! Er iſt

dunkel, wie die Zukunft, aber der Himmel ſpiegelt ſich in ſeiner Der Erzähler 1848. 1. 21