14
muß die Meine werden.“ Noch eine andre Stimme zwar rührte und regte ſich in ſeiner Bruſt; doch ſie wurde barſch und ſchnöde abgefertigt. Vor der Hand kam die Ehre ge⸗ gen die Begierde nicht auf.——
Nicht mit Perlen, ſondern mit geilem Speck fängt man Mäuſe. So erkohren von jeher auch die Kriegsherren zu ihren Werbern keine ſtillen, nüchternen und ehrbaren Leute, ſondern wildes lüderliches Volk mit weiter Gurgel und weiterm Ge⸗ wiſſen, von gelöſter Zunge und lockern Sitten. Des Herzogs Clemens Werber waren Ausbünde ſolchen Schlages, der Vor⸗ geſetzte wie ſeine Untergebenen. Der Unterſchied zwiſchen ihnen beſtand nur im Kleid; ſobald ſie Rock, Degen, Stock und Hut abgelegt, waren der Hauptmann, der Feldwebel uud der Corporal ein Kleeblatt trauter Brüderlein. An jenem Abend nach voll⸗ brachtem Tagwerk, ſaßen ſie im Oberſtüblein beim Adlerwirth beiſammen, ließen ſich gewohnter Maßen den friſchen Trunk und das Pfeifchen ſchmecken. Ein Vierter ſaß bei ihnen, ein junger Burſch, der trotz des verlüderlichten Ausſehens immer noch hübſch zu nennen war. Der Knabe war kein andrer, als Paul Rainmaier, für welchen der Feuerrüpel in das Aufbewahrungszimmer geſtoßen worden.—„Du biſt frei,“ hatte Poſſow geſagt:„geh' heim und ſag's der betrübten Al⸗ ten, Du goldiges Mutterſöhnlein.“— Worauf Paul:„Ich
gehe nur, weil der Herr mich eingeſperrt hat wie einen wider⸗
ſpenſtigen Ausreißer.“—„Das geſchah zu Deiner eigenen Sicherheit, Närrchen; um Dich vor dem Zureden der Vettern und Baſen zu beſchirmen. Komm', laſſ, uns eins trinken, daß
4
—


