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„Seine Kunſt geht betteln, Herr Pfettrich,“ ſagte endlich die alte Rainmaierin, da ſie beim Eintritt der Dunkelheit ſich zum Aufbruch bereitete. Der Gevatter ſuchte ſie zu tröſten Der Hauptmann ſei ja ſelber noch nicht da und möge Ab⸗ haltung bekommen haben; doch werde er unfehlbar mit dem befreiten Paul erſcheinen.„Der Herr Hauptmann,“ ſchloß er, „iſt ein Biedermann.“ Worüber der Cornet zu lachen anfing. Juſt ſiel ihm bei, daß der genannte Biedermann ihm noch kein Cartel geſendet. Nischen kicherte, doch ſchnell ſollte ihr die frohe Laune vergehen. Draußen auf dem Gang rief's ängſtlich nach dem Meiſter. Der Lehrbub' ſtürmte ins Zim⸗ mer und ſchrie als ſtäcke er am Spieß.
„Was gibt's, Peterlein?“—„Sie haben ihn, ſie hal⸗ ten ihn;“ kreiſchte Peter.—„Wer? Wen?“—„Die Wer⸗ ber den Schwaben.“—„In Gottes Namen,“ meinte Jakob: „kein Schad' um den Schlingel.“— Die Meiſterin blickte voll Erſtaunen auf ihren Ehewirth, der ſo ganz anders ſprach, als ſie erwartete. Er hatte doch immer große Stücke auf den braven Jörgel gehalten, und ſie konnte ſich ſeine Rede nicht reimen. Nischen verſtand ihn ſchon beſſer. Erbleichend ſtam⸗ melte ſie:„Gott im Himmel! Der Vater hat meinen Schatz den Werbern überantwortet!“— So fiel ſie zuſammen. Kaber fing ſie auf, ſetzte ſie auf einen Stuhl und war innerlich mehr erfreut als erſchrocken. Schadenfroh ſah er den Schmerz der Jungfrau, die es gewagt, den rußigen Jungen einem ſchmucken Reitersmann vorzuziehen; zuverſichtlich meinte er, den Abwe⸗ ſenden mit leichter Mühe auszuſtechen.„Zum Winter komm' ich in Urlaub hieher,“— ſprach's in ihm:„und Nischen


