Zeitschriftenband 
1848 Band 1
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Leder zu ziehen, als des Werbers Feldwebel hereinkam: ein ſtatt⸗ licher Burſch, aufgeputzt mit allerhand Flitter und Flunkerzeug, wie ein Schlittengaul, nach der Werber Gewohnheit.

Blitz und Hagel, wetterte der Eintretende:da komm' ich ja grad' recht, einen Kerl kalt machen zu helfen. Worauf Kaver:Nur heraus mit der Fuchtel, und wenn Ihr euer ſechſe wärt.

Jakob trat zum Fenſter.Die Leute laufen ſchon zu⸗ ſammen, rief er aus:und wenn Ihr nicht Ruhe gebt, ruf' ich Bürgerhülfe. Zwei gegen Einen? Das wäre ſauber! Laſſ ſtecken, wandte ſich Poſſow zum Feldwebel, und dann zu Kaver:Der Herr Cornet ſoll heute noch von mir hören. Wo wohnt Er?Im Adler.Auch mein Koſthaus. Lafſ' Er ſich das Eſſen ſchmecken; es wird die letzte Mahlzeit ſein, die Er einnimmt.

Geringſchätzig lächelnd kehrte Kaver dem Prahlhans den Rücken zu. Da flüſterte Jakob ihm in's Ohr:Geh' der Kaberi nur ruhig heim; ich weiß ſchon, wie ich Seinen Paul loskriege. Der von Poſſow iſt nicht halb ſo bös wie er ſich anſtellt, und läßt mit ſich reden.

Der Hauptmann ließ allerdings mit ſich reden. Der Meiſter gab ihm gute Worte in Hülle und Fülle, reihte Vorſtellungen

und Bitten aneinander und ſie wurden endlich handelseins.

Topp, es gilt; rief der Raubauz:Der Meiſter ſchafft mir

für den Paul einen geſunden ſtarken Kerl.Soll nicht feh⸗

len, verſetzte Jakob:aber morgen mit Tagesanbruch muß Er ſich auf und davon machen.Weshalb ſo geſchwind?

Morgen rückt das Regiment Montecuculi hier ein.