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ſtarrend, ſprach er vor ſich hin:„Wie ſchön iſt ſie in den paar Jahren geworden, und ich blöder Thor wagte nicht einmal, der Jugendgeſpielin Hand zu faſſen, die alte Bekanntſchaft zu er⸗ neuern? Ein Cornet und blöde! Gott beſſers.“—„Der Scha⸗ den iſt nicht groß,“ meinte Jakob:„komm' der Herr Nachmit⸗ tags zu einem Glas Wein. Meine Alte wird ſich freuen„Ihn zu ſehen, und da kann Er die Bekanntſchaft nach Lerzensluſt erneuern. Doch für jetzt wollen wir das Geſchäft zur Hand nehmen.“—„Fürwahr,“ rief Kaver:„ſchier hätt' ich's ver⸗ geſſen. Der Herr Hauptmann muß mir meinen Bruder her⸗ ausgeben. Auf der Stelle, ſag' ich, oder der Strahl erſchlag' Ihn!“
Poſſow ſah voll Erſtaunen den andern an, deſſen Rede er nur halb und halb verſtand.„Mach' der Herr nur keine Um⸗ ſtände,“ fu Kaber fort:„meinen Bruder heraus, ſag' ich, und zwar auf der Stelle. Ich will den Paul der Großmutter zum Mittageſſen mitbringen.“—„Weiter nichts?“ fragte der Hauptmann ſpöttiſch.—„Freilich ſonſt nichts,“ beſchied der Cornet.—„Nun denn,“ fuhr Jener fort:„ſo wird die Alte heut' faſten, und wär' ſie die leibhaftige Großmutter des Gott⸗ ſeibeiuns.“
Wenn der Hauptmann Trumpf ſpielte, ſo war der kaiſer⸗ liche Reiter ſeinerſeits zum Bekennen nicht faul. Die Herren
geriethen mit ſpitzen Worten und groben Redensarten hart an⸗
einander, ohne auf Jakob zu hören, der immer drein ſprach: ſie
verſtänden ſich nicht und möchten doch ihn zum Dolmetſcher an⸗ nehmen.—
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