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Adel, und ich bin Cornet bei Montecuculi. Will mir der Herr Genugthuung geben oder ſoll ich ſie nehmen?“
Der Raubauz zog nun andre Saiten auf.„Wenn ich den Herrn Cameraden beleidigt hätte,“ ſagte er geſchmeidig:„ſo würd' ich mir's zur Ehre ſchätzen, einen Gang mit Ihm zu
machen. Doch einem erprobten Kriegsmann wie mir bringt's keine Schmach, ein Mißberſtändniß gütlich auszutragen. Wenn der Herr Anſprüche an die Jungfer hat, ſo hab ich ſogar Seinen Dank verdient.“—„Oho, das wäre?“—„Bin ich doch dazu gekommen, wie dieſer ſchwarze Rüpel vor ihr auf den Knieen lag, und ſie im Begriff ſtand„ihm in die Arme zu fallen. Sollt' ich zugeben, daß ſchnöder Ruß dieſe Lilien und Roſen beflecke?“
Der Meiſter kehrte ſich zornig zum ſchwarzen Geſellen, verſetzte ihm einen derben Streich mit dem ſpaniſchen Rohr und fragte:„Iſt's wahr, Schwab'?“—„Thu's Maul auf, Schuft,“ fuhr der Hauptmann den Rußigen an, froh, auf ſolche Weiſe vom Cyrnet loszukommen. Worauf der Schwab':„Ich bin des Herrn Schuft nicht. Mein Meiſter darf mich ſchlagen und ſchimpfen, ſoviel er will. Von einem Fremden laſſ' ich mir's nicht gefallen, und will Ihm ſchon den Ruß herunterkratzen.“—
Nischen fiel ihm in die Rede: Und die Sache iſt ganz anders, als der Herr ſagt. Der Jörgel iſt gar nicht auf den Knieen gelegen, ſondern ganz ehrenfeſt auf beiden Füßen ge⸗ ſtanden. Aber der Herr ſchleicht mir überall nach, wie die Katz' dem Spatz, und weil die Mutter juſt nicht daheim iſt, ſo hat er gemeint, er könnte ankommen. Da hat's ihn denn


