ich krumme Säbel blinken ſah, lange Albaneſerflinten knallen hörte; jetzt ſoll ich lernen, wie franzöſiſche Kugeln pfeifen.“—
„Gott halte Sie Dir aus dem Leib, mein Söhnchen.“—
„Wir nehmen's, wie's kommt, Frau Großmutter. Doch denk' ich, daß ich zu großen Dingen aufgehoben bin. Wie Sie mich da ſieht, bin ich wohlbeſtallter Cornet; wie lang wird's dauern, ſo führ' ich als Feldhauptmann Reiter, Fuß⸗ volk und Dragoner gegen den Feind? Glaubt Sie's etwa nicht? Morgen rückt mein Regiment hier ein, da kann Sie den Herrn Oberſt ſelber fragen.“
Die Großmutter drückte Theilnahme und Bewunderung aus. Sie war ſtolz auf den heldenmüthigen Enkel. Ihr An⸗ geſicht war eitel Sonnenſchein, doch folgte dem Sonnenſchein alsbald der Regen.
Naver fragte nach ſeinem Bruder.„O weh mein Paul!“ ſagte Trine.—„Was iſt mit ihm? Hat er ein Unglück ge⸗ nommen?“—„Er kann's noch nehmen, der Gutedel. Nichts geht ihm über Zechen und Spielen, aber die Arbeit iſt ihm verleidet, bevor er ſie nur angerührt.“—„So ſteck Sie ihn unter's Volk, Frau Großmutter.“—„Das hat er leider ſchon ſelber gethan. Im Rauſch hat er Handgeld genommen.“— „Was weiter? Ueber's Jahr iſt er Cornet, wie ich. Doch jetzt, Frau Großmutter, laſſ. Sie einen Imbiß und vor allem einen wackern Schluck herwachſen. Ich habe meinen Knecht mit den Gäulen zum Adler geſchickt und bin ſpornſtreichs zu Ihr gerannt. Nun möcht' ich mir's auch ſchmecken laſſen, bin ſcharf geritten.“
Im Handumwenden vergingen dem Cornet Hunger und


