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1848 Band 1
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andern gönnen. Für dieſe Jugend war Jakob der Zaun, den ſie um des Gartens willen anſprachen; aber der Zaun war nicht von Holz, ſondern gab leutſelig Red' und Antwort, und blieb keinen Gruß ſchuldig, Vornehmen wie Geringen, Alten und Jungen.

Ein runzliges Mütterlein vertrat in enger Quergaſſe ihm den Weg.Was wär' der Frau Trine lieb? fragte

Jakob.

wortete die Greiſin herb und ſtachelich. Der Rathsherr zuckte die Achſeln.Dazu kann ich der Frau nicht helfen, meinte er und wollte vorüber gehen. Sie gab's nicht zu.

Wenn der Herr das nicht mag, ſagte ſie:ſo muß Er wenigſtens etwas thun, um den Fluch der Wittwe in Se⸗ gen zu verkehren. Und vor Gottes Thron, merk' Er ſich das, fallen die Thränen der Armen und Gedrückten gar ſchwer ins Gewicht, und ihre Fürbitten auch.

Verſteht ſich, fügte Jakob erläuternd hinzu:wenn die Thränen verſchuldet, die Fürbitten verdient ſind. Und das Regiment unſerer freien des Reiches Stadt iſt darauf einge⸗ richtet, die Armen und Verlaſſenen zu ſchützen, ſeit die Zünfte den Rath beſetzen.

Schöne Worte, Hofbeſcheid, ſpottete die Alte:Regen am Charfreitag, Bohnen, die Ihr im Zeichen der Jungfrau ſtopft; kommt nichts heraus dabei. Wenn Ihr de werker 896 ſchwarze Mäntlein umhängt, wird er hochmüthiger als der erſte Geſchlechter. Um das Lächeln eines vornehmen Serrn iſt euch alles feil, wohlgemerkt, alles, was nicht aus

Wenn der ganze Rath auf's Raſpelhaus müßte;