Eine Werbergeſchichte.
(Aus der guten alten Zeit.)
Von C. Spindler. 9—x 5—2—
ie Sitzung eines edeln Rathes war ſchon wie⸗ der einmal um eine Viertelſtunde zu früh aufgehoben worden. Die Herren hatten keine Entſcheidung zum Beſten gemeiner Stadt fin⸗ den können, und waren jetzo doch ſo klug wie vorher. Vor allen Meiſter Jakob, der Schorn⸗ ſteinfeger. Weiſer Gedanken voll ging er ge⸗ meſſenen Schrittes ſeiner Behauſung zu, ehr⸗ würdig anzuſchauen im ſchwarzen Mäntlein, den friedfertigen Degen an der linken Hüfte, in der rechten Hand das minder friedfertige Meerrohr.
Alle Leute grüßten ihn, wenn ſchon nicht ein Jeder um ſeiner Weisheit willen; Meiſter Jakob war der Va⸗ ter einer hübſchen Tochter, der hübſcheſten Jungfer vielleicht in der freien Reichsſtadt. Die Junker liefen, ritten und fuhren Nischens halber manchen Schritt, die jungen Gewerke nannten
ſte den Granatſtein ihrer Stadt, und keiner wollte ſie dem Der Erzähler 1848. 1. 1


