Stunde Durſt unſern Jaguar boshaft macht. Bei'm Brüllen des Tigers hab ich ſchon manchen beherzten Mann die Farbe wechſeln ſehen. Habt Ihr ſchon einer Jagd auf Tiger bei⸗ gewohnt?“
„Nein,“ ſagte ich:„heut geſchieht's zum erſten, und, wie ich aus guten Gründen mir einbilde, auch zum letzten Mal, wenn Ihr überhaupt die Art, wie ich dabei bin, einer Jagd beiwohnen nennen wollt.“
„Seid nur zufrieden,“ tröſtete der Jäger„zu rechter Zeit ſollt Ihr eine Waffe erhalten, deren unfehlbare Wirk⸗ ſamkeit ich ſelbſt ſchon erprobte.“
Dieſe Rede gefiel mir, und mit erleichtertem Herzen hörte ich den weitern Verlauf des Abenteuers mit den Apachos.
„Was mein Tod ſein ſollte, rettete mich,“ hob der Siebentödter wieder an:„das friſche Waſſer gab mir die Be⸗ ſinnung wieder, die ich beinah' ganz eingebüßt hatte. Als ich nach einigen Augenblicken wieder zur Oberfläche kam, ſah ich meinen hartnäckigen Verfolger am Ufer ſtehen, in einer Hand ſeine Keule, in der andern mein Meſſer, das ich zum zweiten Mal hatte fallen laſſen. Er dachte ſich an meinem Todes⸗ kampf zu weiden. Wie er mich dem Ufer zuſchwimmen ſah, ſtieß er einen Wuthſchrei aus und ſtürzte mir nach. Ich ſtrengte alle Kräfte an, ihm zu entrinnen, aber geſchwächt vom Blutverluſt konnte ich nicht ſo ſchnell ſchwimmen, wie er. Einigemal ſchaute ich nach ihm um, und jedesmal näher er⸗ blickte ich die Teufelsfratze, zwiſchen zwei Reihen ſpitziger Zähne das Meſſer, das mich abthun ſollte, und obendrein noch mein eigenes war. Ich warf einen verzweiflungsvollen


