So ſehr mich gerade jetzt die Erzählung anſprach, mußte ich Bermudes doch unterbrechen; das überaus ängſtliche Gewim⸗ mer des Fohlens rief meine Sorge wach.
„Sind das wieder die Mücken,“ fragte ich:„vor denen das arme Vieh ſich ſo fürchtet?“
„Wir wollen ein Bischen aufhorchen,“ verſetzte er:„mög⸗ lich iſt möglich.“
„Da ſchaut einmal hin,“ ſagte ich, auf eine junge Pappel deutend, die über das Grün der Hügel emporragte;„iſt es der Wind, der die Pappel ganz allein ſchüttelt, während er die andern alle ruhig läßt?“
Der Jäger horchte und ſchaute. Die Pappel bebte in regelloſen Schwingungen, und durch das Rauſchen der ge⸗ ſchüttelten Blätter hindurch war das Anprallen eines ſchweren Körpers gegen den Stamm nicht wohl zu verkennen. Es hätte allenfalls ein wilder Stier ſein können; aber die Zeichen ſtanden anders. Ich erkannte jenes gewiſſe Schnurren und Knurren des Katzengeſchlechtes, und das ihm eben ſo eigen⸗ thümliche Wetzen der Krallen an einem Stock oder Stamm.
„Es iſt richtig die große Katze,“ ſagte der Siebentödter.
„Soll ich den Canadier wecken?“ fragte ich.
„Noch nicht. Der Jaguar thut freilich Gott weiß wie wild, aber ſeine Stunde iſt noch nicht gekommen, und er hat uhr Furcht als Ihr für den Augenblick.“
Darüber hätte ſich reden laſſen; indeſſen machte ich eine ſo ſtolze Miene, daß Vermudes ſich bewogen fand zu äußern:
„Unſere Tigerjagd iſt nicht ſo gefahrlos, als Ihr viel⸗
leicht meint. Ihr werdet alsbald merken, wie eine weitere


